Es ist spätnachts, irgendwo in Süddeutschland, in irgendeiner Kneipe: Ein stinkender Stammgast lallt der Wirtin seinen Liebeskummer mit gläsernen Augen und feuchter Aussprache ins Ohr. Ein anderer grübelt über die Frage, ob wohl die Autos oder die Methanausdünstungen von Rindern mehr für den Klimawandel verantwortlich sind. Weitere Gäste schreien sinnlose Parolen, alkoholgeschwängerte Zukunftsängste und braun angehauchte Stammtischpolitik in den Raum. Die unqualifizierten Floskeln einer Schafkopfrunde mischen sich in den bierseeligen Klangteppich, wobei auch ab und zu ein schwungvoller Rülpser ertönt.
All diese Eindrücke saugt Saerdna Blak auf und macht Lieder daraus. Er produziert Wirtshauslyrik und Stammtischphilosophie auf höchstem Niveau und trägt diese, begleitet durch drei, höchstens vier Gitarrenakkorde, vor. Der Liebeskummer des Gastes, die Parolen der Stammtischnazis und die absurden Sprüche der Kartenrunde – alles verwurstet Saerdna Blak zu einem sozialkritisch-skurrilen Wurstsalat – und das, obwohl ihm Wurstsalat eigentlich gar nicht mal so gut schmeckt.