Elfte Gebot, To Die, Cellardoor, Catwalk, Betrunken im Klappstuhl, Bluff am 11.11.2006 im Zentrum in Dortmund-Scharnhorst
Elfte Gebot, To Die, Cellardoor, Catwalk, Betrunken im Klappstuhl, Bluff am 11.11.06 in Dortmund
Bin immernoch früh genug da, wir hängen eh nur rum, genehmigen uns ein paar Bier und warten darauf, dass das Catering eröffnet wird. Das soll heute nämlich richtig gut werden! Wie schon die Buffetliste verrät, da läuft einem das Wasser im Mund zusammen!
Nachdem Phil ein Schnitzel stibitzt hat, steht der Raum mit dem Catering erstmal unter strenger Bewachung, bis es dann endlich eröffnet wird und unsere hungrigen Mäuler gefüllt werden dürfen. Michi gibt sich aber augenscheinlich auch mit Bier zufrieden.
Zeit für die erste Band des Abends: Elfte Gebot! Wohl auch die erfahrenste Band heute, die Opener-Rolle haben sie anscheinend freiwillig übernommen. Geboten wird schöner Deutschrock mit etwas Metal-Touch. Der Bassist und der Sänger ham übrigens keine Beine
Wie sich das für ne Band mit Schnurrbartträgern gehört, gibts amtliche Rocknrolltexte zwischen Asphaltromantik und Zeigefingermetaphorik. Mehr als ein paar Liederchens konnt ich aber eh nich sehn
Klappstuhlmann Catti is inzwischen angekommen und hat den Benni mitgebracht. Wir gönnen und Wasser, Red Bull und alles dazwischen. Nebenbei wird noch akribisch unserer Auftritt geplant.
Mal schaun was inzwischen so spielt! To Die nennt sich die nächste Band, und die Musikrichtung erkennt man schon daran, dass der Bandname aufm Bandlogo garnich lesbar ist. Yeah, Death Metal! Was eine Stimme! Der Sänger is da nur am Growlen, unmöglich irgendwelche Texte zu verstehen, Respekt vor dieser Stimme
Ansonsten musikalisch durchaus achtenswert, das Publikum geht auch ganz gut ab. Ich frag mich ja ob die wirklich so böse sind
Melli hat inzwischen unseren Merchstand gekapert und vertickt schicke Schleifen und Leopardenfellschals für adrette Leute von morgen. Und das wo wir doch so schicke neue Buttons haben...
Nächste Band war dann wohl Cellardoor. Total schönes Wort und wenn das Wort schon so schön is, spielt die Band wohl auch ihre Definition von schöner Musik. Also irgendwie Emopunkrock, zweistimmig. Und wenn der Gitarrist n Lawrence-Arms-Shirt und der Drummer ein Misfits-Shirt anhat, darf man ja nix gegen die sagen.
Aber um viel zu sagen weiß ich eh zu wenig, nur kurz gesehen und dann weitergesoffen, muss ich mir dann wohl nochmal n anderes Mal anschaun um ne adäquate Meinung zu bilden. Jawoll.
Oben im Backstage wird fleißig rumgefummelt, gehört sich ja so. Das eine oder andere Bier dazu und leckere Snacks vom Büffet und alle sind glücklich
Nächste Band auf der Bühne: Catwalk! Wir dachten ja erst das wär ne Frauenband, is aber nur ne Sängerin. Und Gitarre und Schlagzeug. Nichmal n Bass! Wahrscheinlich weil alle Bassisten eh Arschlöcher sind. Nungut, Band steht auffer Bühne, soll anfangen, Sängerin läuft erstmal weg. Also besteht das erste Lied nur aus ner perfekten Gitarre-Schlagzeug-Session, klang richtig gut und machte Bock auf mehr. Aber dann kam die Sängerin zurück.
Geboten wurden nun Coverstücke von Juli, Nena und Bryan Adams. Daseinsberechtigung gleich Null aber hauptsache alle ham Spaß. Wir auch! Spontan planen wir, Catwalk ab sofort fest als Toursupport zu engagieren. Bluff haben dieselbe Idee, elende Nachmacher!
Anscheinend erster Auftritt für Catwalk. Vielleicht auch letzter, solltense nicht mit Betrunken im Klappstuhl oder Bluff auf Tour gehen. Zumindest hamse ihre Schulklassen mitgebracht und die starten ne mächtige Pogorunde zu den Juli-Songs. Wir kommen ausm Lachen nich mehr raus, schließlich kommt gar eine Dame auffe Bühne und meint, das Konzert würde abgebrochen werden wenn hier weiterhin so gewaltsam getanzt wird. Großes Kino!
Danach sind wir dann dran, Betrunken im Klappstuhl mal wieder auf der Bühne des Lebens! Ich nutze die wenige verbleibende Zeit, um noch ein paar Fans zu begrüßen. Besonders die weit angereisten, Itze ist extra ausser Eifel gekommen, um den Fö beim Bassspielen zu sehen, Martin und Helena nahmen gar den Weg aus Braunschweig auf sich. Hille is nur so aufm Bild, von dem habbich mir n paar Fotos geklaut
Ich rekrutiere noch eben meine heutige Redakteurs-Crew: Bob an der Kamera und Max schreibt Bericht. Okay, Aufgaben verteilt, dann mussich aberauch schon auffe Bühne, drum übergebe ich jetz die Tastatur an Max!
Nach den Auftritten einiger Bands die etwas von dem Ruhme Der BiK-Crew ergattern wollten hieß es dann schließlich dass der nächste und damit zweitletzte Auftritt ihnen gehöre. So stiegen tatsächlich die "Halbgötter in blau" auf die Bühne und begannen die Funktion ihrer Instrumente zu erforschen.
Manchmal glaubte man fast Lieder wie "Last Resort" oder "Thunderstruck" herauszuhören doch schnell brachen diese Melodien wieder ab. Als dann schließlich das altbekannte Übermenschen-cover "God bless Mike Ness" erklang war ich sicher: die Show beginnt! Doch weit gefehlt... wieder ging die Melodie in ein unkontrolliertes Dröhnen über und wieder hieß es warten.
Circa 10 Minuten später formte sich tatsächlich ein Lied aus diesen Tönen in dem der allmächtige Ulf uns lehrte dass Liebe doch gar nicht weh tut.
Das verbliebene Publikum (Ich und einige andere volltrunkene Gestalten) tobte. Die Besetzung war unübertrefflich. Ulf, Fö, Catti und natürlich Phil der wie später aus Bluff-Kreisen zu hören war ein Arschloch ist. Sogar der Ex-Hamwa-Gitarrist Martin (Martini Blanco) war zu sehen.
Nachdem Die brodelnde Menge immer näher zur Bühne vorrückte, bat Ulf in aller Förmlichkeit um etwas Privatsphäre. Doch die Fans waren nicht mehr zu bändigen. Das nächste Lied widmeten die 5 "Lili" eine popmächenpunkband die sich damit rühmen durfte schon neben "Betrunken im Klappstuhl" oder auch bei weniger großen Gelegenheiten wie "Rockpalast" gespielt zu haben.
Zurück zum Konzert: das nächste Lied war dann tatsächlich "God bless Mike Ness" beziehungsweise eine interessante Interpretation dieses Songs.
Es flogte ein weiterer AlkoRock-Klassiker: "Lokenbach fuck off" und zwar in der Originalversion. Das war auch ganz gut so, denn dass Phil ein Arschloch ist, wurde beim Bluff-Auftritt noch oft genug erwähnt.
Das nächste "Lied" nannte sich vermutlich "Einer geht noch rein" und war auch für?s Publikum eine echte Impro-Nummer. Als Absacker folgte dann ein auch mir noch unbekanntes Lied namens "Saufen", welches verschiedene Lokalitäten auflistete an denen exzessiver Alkoholkonsum möglich ist.
Beliebtes Bühnenaccessoire auch dieses mal wieder: der Klappstuhl der repariert werden musste da auf dem ersten Auftritt Teile der Rückenlehne gestohlen und in private Sammlungen überführt wurden (die Ermitlungen laufen noch (-;)
Bluff die mutigerweise darauf bestanden, nach BiK zu spielen mussten dann natürlich damit leben dass das ganze Publikum was nur angereist war um Klappstuhl live zu erleben schon verschwunden war.
Ich vermute mal dass die Organisation in Scharnhorst demnächst wieder dazu übergehen wird die beste Band am Ende spielen zu lassen.
Und Qualität hatte der Auftritt der diesmal recht großen BiK-Truppe auf jeden Fall. Fö der wieder seinen kabellosen Hightechbass bediente war dieses Mal sogut dass man ihn mit anderen Größen wie zum Beispiel dem Bluffbassisten verglichen hat.
Einziger Kritikpunkt: der sonst übliche und beliebte Sexismus blieb aus. Lieder wie "Fotze" oder "Schere" fehlen doch sehr auf der Setlist. Ich hoff nicht dass BiK grade einen Emanzipationsprozess durchläuft. Wenn ich politisch korrekte Bands sehen will, kann ich das auch für mehr Geld haben.

Als nächstes aufm Programm: Unsere Freunde von Bluff mit der leidigen Rolle als Headliner. Tadelloser Auftritt, schade dass das Publikum bereits so dezimiert ist
Punkrock ohne zuviel Schnörkel, Stimmungslieder mit fetter Gitarre und sauberen Mitsingrefrains, was will man mehr
Die erste Reihe besteht größtenteils aus den Männern von "Elfte Gebot", die fleißig jedes "Ohoho" mitmachen und beklatschen, ansonsten sind halt wir noch da und die restlichen Leute kann man wohl an einer Hand abzählen. Schade.
Die Riege der Spielerfrauen is natürlich noch anwesend. Lassen sich sogar mehr oder weniger fotografieren
Bluff geben fleißig alles und ham auch mächtig Spaß auf der Bühne, und dat is ja die Hauptsache. Geiler Auftritt, geiler Abend, wie gehts weiter?
Das Bier im Backstageraum ist leer, also schnell noch die Reserven geleert, Merchstand abgebaut, Chaos und Verwüstung hinterlassen und ab inne Stadt
Nächstes Ziel ist der Starclub, wo wir spontan noch ne Aftershowparty steigen lassen. Denise macht sich gut als Model für Starclub-Plakate
Auf jammen reimt sich bangen. Dürfte man meinen. Zumindest zeigen uns Dave und Catti, wie sowas geht, das mit dem bangen. Yeah!
Doch auch diese Location verlassen wir dann irgendwann, weiter zu mir, paar Bier sind ja noch da - naja, nich mehr lange
Am nächsten Morgen sind erstmal alle verwirrt, weil Benni weg is. Hat sich einfach mitten inner Nacht gedacht, er fährt einfach mal nach Hause. Hm. Und das wo sein Auto in Scharnhorst steht. Und Cattis Sachen da drinne sind. Hm. Komischer Vogel.
Nagut, insgesamt sehr abgerundeter Abend, viel Alkohol und viel Spaß, mal wieder ein Auftritt der in die Geschichte eingeht, was will man mehr!