The World/Inferno Friendship Society am 14.07.2007 im FZW Dortmund
World/Inferno Friendship Society am 14.07.07 in Dortmund
Ein paar Bier genehmigen wir uns dann noch vorm FZW, den Uffta-Uffta-Ska der Vorband Brainbugs schenken wir uns, oft genug gesehen. Der Türsteher gibt dann auch noch freundlicherweise bescheid, als die World/Infernos anfangen, nix wie rein!
Optisch sticht die Band schon ziemlich aus der Masse hervor, elegante Garderobe und Gebärden, dazu ein charismatischer Sänger, der in seiner Rolle als Entertainer voll aufgeht. Und, ganz wichtig: Finger weg vom Alkohol!
Zwei Ladys gibts auch in der Band, an Bass und Saxophon, auch diese ansehnlich verpackt. So ungefähr müsste wohl Punkrock in den 20er Jahren ausgesehen haben
Und Musik? Der Hammer! Finde ich die Band auf Platte eher anstrengend, geht die verquirlte Mischung aus Chanson, Folk, Swing, Punk und vielleicht noch Zirkusmusik live sofort in die Beine, frenetisch wird die Band abgefeiert
Ich hab ja eigentlich mit ner größeren Band gerechnet, wo ich World/Inferno doch immer mit Big Band und Punk-Orchester assoziiert habe, heute is die Band wohl mal nicht ganz so groß besetzt - was der Musik aber keinstenfalls schadet, da stehen wirklich versierte Musiker auf der Bühne die jeder für sich herrliche Melodien zaubern und gemeinsam einen unglaublich dichten Soundteppich kreieren, ich bin begeistert!
Und ohne den Sänger wär die Band auch nur halb so gut, gekonnt manövriert er seine Band durchs Programm, erzählt uns Geschichtchen aus dem Touralltag und hat das Publikum auch sonst voll im Griff. Und, ganz böse, mit roten Kontaktlinsen. Vielleicht wegen dem aktuellen Album "Red-Eyed Soul"?
Lange nicht mehr son Spaß auf nem Konzert gehabt! Die 8 Euro für die Karte (bzw. 11 anner Abendkasse) warn wirklich jeden Cent wert, großartige Band
Und tierisch heiß hier drinnen, wie sich da erst die Damen und Herren auf der Bühne fühlen? Der Anzug zumindest ist in Sekundenschnelle durchnässt
Die Stimmung im Publikum ebenfalls super, so einige textsichere sind auch dabei. Anspruchsvolle politische Parolen wie "All anarchists are pretty" lassen sich ja auch gut mitgrölen
Und schon wieder: Finger weg vom Alkohol! Große Gesten auf der Bühne. Verbalakrobatisch imitiert der Sänger teilweise den hochnäsigen british-slang, was seine Erscheinung noch perfektioniert
Auch ein Highlight: Zu "Heart Attack 64" dürfen die Paare im Publikum einen flotten Walzer aufs Parkett legen, was ein Fest. Wie schade dass ich nie im Tanzkursus war
Großartiges Konzert, einige Zugaben werden uns auch noch gewährt, dann aber ab nach draußen, frische Luft und so. Das war wirklich mal ne Band, die jeden begeistert hat. Kann ich alle Aussagen drüber nur unterstreichen!
Katja und mich zieht es dann noch nach Husen ins Painthouse, die This Is How It Goes Party ruft. Nuja, viel is nich mehr los, aber mit anspruchsvoller Musik (z.B. Haddaway) und n paar Bier lässt es sich ganz gut aushalten. Außerdem nehme ich einen Nebenjob als Andrés Bodyguard an.
Irgendwann dann wech, muss ja Bahn kriegen. Nochn paar Astra inner Hirsch-Q und dann darf mich irgendwann der Nachtexpress begrüßen. Geiler abend!