Band des Jahres 2008 - Limericks, Die Geggen Gaggas, Eleanor, Kentsch in Augsburg, Kantine am 04.12.2008
Band des Jahres am 04.12.08 in Augsburg
Alle Bands packen ihre Sachen aus. Topteile, Schlagzeug, Effektgeräte. Die Geggen Gaggas packen Notenständer, lustige Kostüme und einen Klappstuhl aus. Bassist "der wo glänzt" fragt mit einem Kabel in der Hand den Bassist der ersten Band (hier auf dem Bild, sieht einem gewissen Vitus Aumann verdammt ähnlich): "Wo muss ich denn das reintun?" Bassist: "Wollt ihr uns eigentlich verarschen!?"
Auch schön der Kommentar: "Habt ihr irgendwelche Lampen dabei, wir müssen unsere Noten sehen." Anderer Musiker: "Ihr verarscht uns doch." Der wo glänzt: "Nein, wir haben solch komplexe Songstrukturen, da schmeißt es einen schon manchmal." Hier auf dem Bild die erste Band "Limericks". Gefallen mir recht gut, erinnert mich etwas an die Red Hot Chilli Peppers. Auf jeden Fall beherrschen die ihre Instrumente saugut.
Sogar ein Keyboard ham sie mitdabei. Leider ist es immer blöd bei so einem Kontest als erste Band zu spielen, aber die Limericks machen da sehr viel Gutes draus. Nach einer halben Stunde und einer Zugabe heißt es dann Umbau.
Nach dieser Show der Limericks schämen sich die Geggen Gaggas fast schon ein bisschen, jetzt selbst zu spielen. Scheißegal. Das grandiose Intro (bestehend aus Rülpsern und Fürzen) wird aus dem Off eingespielt - und nur Sänger "Auspuff" sitzt schon auf der Bühne. Alle anderen betreten die Bühne, verbeugen sich und wundern sich, dass Auspuff überhaupt da ist, da der heute eigentlich lieber einen Liebesfilm im Kino anschauen wollte.
Dann brettert der erste Hit "der Gärtner" los. Scheiße. Der Bass von "der wo glänzt" ist scheinbar um mehr als einen Ganzton verstimmt. Und der Proll hat natürlich noch nie im Leben einen Bass gestimmt. So geht Gitarrist "der wo auf m Fahrrad schläft" nach dem Lied hin und stimmt dem hübschen "der wo glänzt" seinen Bass. Sänger "Auspuff" unterhält derweil die Menschenmengen.
Zweiter Hit dann "Schick Franz", Bass ist zwar immer noch verstimmt wie Sau, aber interessiert eh keinen. Sehr schön auch vor dem Auftritt beim Soundcheck: Jede Band so: "Bitte noch ein Dezibel mehr von der zweiten Tom auf den Monitor. Die Geggen Gaggas: "Scheiß doch drauf, klingt eh scheiße." Der Mischer: "Jungs, ich freu mich auf euren Auftritt." Posing ist natürlich oberste Priorität.
Auf diesem Bild Gitarrist "der wo auf m Fahrrad schläft". Wie immer topschick im Sumoringer-Kostüm und mit SS-Helm. Leider sieht er wegen dem sperrigen Helm weder sein Gitarrengriffbrett, noch überhaupt irgendwas anderes. Zeit für den nächsten Hit "der wo schielt". Eine Rockoper, die trotz ca. 16 Verspielern abgefeiert wird.
Hier auf dem Bild der hübsche "Der wo glänzt". 80er jahre Trainingsanzug, Müller-Cappie, Badelatschen. Er hat heute zum ungefähr vierten Mal einen Bass in der Hand und lässt sich vor jedem Lied artig die Akkorde erklären. "Wo greif ich nochmal das F?" Mittlerweile stimmt der Bass übrigens immer noch nicht, aber der wo glänzt kompensiert das, indem er nur auf einer (manchmal auch zwei) Saiten spielt.
Sänger Auspuff. Bisher noch nie bei einem Auftritt und ganz selten bei einer Probe dabei gewesen. Natürlich brauchen die Geggen Gaggas keinen Frontman Hampelmann, es geht doch auch so gemütlich, ausserdem muss Auspuff heute eh Schmerzmittel fressen und kann nicht mal saufen. Er hat sich sämtliche Texte auf ein Din a 4 Blatt geschrieben, so dass er die 5 Wörter pro Song nicht durcheinander bringt. Wär ja fatal...
Hier noch der Herr an den Kesseln: Der wo in der Pissrinne schläft. Er hat beim letzten Auftritt seinen Schnurrbart im Suff verloren, so spielt er jetzt eben mit Klebeband auf der Fresse. Und natürlich im Anzug, wir sind ja schließlich alles Akademiker und Schnauzbart und Monokel. Nächster Hit: Humppakasimir, bring ne Kiste Bier, Humppastemper, Bierbauch oder Rentner. Gesungen auf die Melodie von Barbie Girl.
Die Hütte ist übrigens recht gut besucht - ich schätze so 80-100 Leute. Wir haben sehr viele Dinkelscherbener mitgebracht - danke nochmal für den grandiosen Support. Und überraschenderweise verlassen auch sehr wenig Leute den Raum. Die Geggen Gaggas zünden den nächsten Hit: Irischer Abend und üben Kritik an der Lokalität, da diese nichteinmal eine Pissrinne aufweist. Sollte man lieber zur Res gehen. Tja.
Sänger Auspuff verkleidet sich, während er den Hit "Möschl oh Möschl" (übrigens ein Betrunken im Klappstuhl Cover) voller Inbrunst ins Mikrofon brüllt. Nach dem Auftritt haben die Geggen Gaggas einen Anruf von der Gema gekriegt wegen Verletzung der Rechte und so nem Schmarrn. Schnell weitermachen...es folgt eine Medley, bestehend aus "dem Gewerbesong", "nimm ihn in den Mund er hat Geburtstag" und "Gore Gore ich baute dich aus Lehm".
Und bei der Medley machen alle ne Polonaise. Auspuff genehmigt sich erstmal ne Presssacksemmel, frisst diese auf widerlichste Art und Weise und schmeißt sie irgendjemand im Publikum voll in die Fresse. Nächster Hit "Bei der Resi gibt's ne Pissrinne" - inclusive Flöte und Trompete.
Lass es dir schmecken. Bei "Pissrinne" muss er eh nur den Refrain mitgröhlen. Und es geht weiter mit dem Hit der alle Toten ehren soll. Der Partykracher "Gehn wir zu mir?" wird dargeboten. An Kaschta Bier, a Flasch Woi, a Wing an Crack, und a The-Who-DVD.
Die Rockshow neigt sich langsam dem Ende zu. Nur drei Lieder mussten abgebrochen und neu gespielt werden. Nach "Bingalow", "Rendl", "Ja", "Fuppes kucken, Bierchen rüppeln, Alte kloppen" und der Ballade "die wo immer im Freibad ist" geht das übliche Spielchen los, und es wird halt einfach noch ne Zugabe gespielt. Um ne viertel Stunde überzogen wurde ja eh schon.
Und jetzt heißt es mal wieder "Ein Leben lang, die selbe Unterhose an". Irgendwelche Volldeppen entern noch die Bühne und versauen die filigrane Darbietung. Nach 5 Minuten immer der selben Textzeile verlässt nach und nach jeder Musiker die Bühne, weil es ihm zu blöd wird. Nach dem Gig beglückwünscht der Mischer die Band und meint: "Danke, wenn man das jetzt schon sagen darf: Es war einfach nur genial."
Nach uns spielen erstmal noch Eleanor - auch super Sound - poppiger Punk, aber genial gespielt. Stimmung vor der Bühne ist super, und da Auspuff eh Schmerzmittel nimmt, bietet er an, das Auto heim zu fahren. Danke übrigens nochmal dem Gitarristen für das Benutzen seiner Gitarrenbox.
Jo, Eleanor können wirklich einiges. Dreistimmiger Gesang und sehr abwechslungsreiches Programm. Gitarren könnten eventuell noch etwas tiefer hängen. Wieder ne halbe Stunde Spielzeit und schon geht der Band des Jahres dem Ende zu.
Und zum kröhnenden Abschluss noch Kentsch. Die verkleiden sich auch lustig und bringen geilen Männerrock'n'Roll. So ACDC-mäßig. Alle Bands übrigens sau geil drauf, total nett und alle mit Spaß an der Sache dabei. Gerne wieder - hat sehr großen Spaß gemacht. Dann schauen wir mal ob es fürs Finale reicht - wenn ja, dann gebe ich eine Kasten Bier auf der Bühne aus und trinke selber ein warmes Glas Leitungswasser aus einer Keramiktasse.
Ein wundervoller Abend geht langsam zu Ende. Übrigens ist die Musikkantine zweistöckig. Im unteren Stock spielen heute Loikaemie, wo wir uns noch heimlich über den Backstagebereich reinschleichen. Und die fangen doch wirklich gleich mit dem Überhit "Sex, Gewalt und gute Laune" an. Der Hafner hat sich sehr gefreut.