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Red Car Burns, Bavaria Bootskiosk am 16.08.2010 in Oberhausen, Druckluft - Bericht von doX

Red Car Burns am 16.08.2010 in Oberhausen

Was macht man an einem verregneten Sommer-Montag? Am besten nichts - oder man geht auf ein Konzert. Für heute haben sich RED CAR BURNS und BAVARIA BOOTSKIOSK im Oberhausener Druckluft angekündigt. Tradition trifft Moderne oder so ähnlich könnte das Motto des Abends lauten und würde sich somit gut in den überall präsenten Verglasungswahn ausgedienter Industriegebäude einfügen. Auch das Druckluft wird ja gerade schwer umgebaut und die Baustelle lässt nicht nur Gutes erahnen.
Wie auch immer; Red Car Burns bieten lt. Veranstalter bodenständige 90er Jahre a la Jawbreaker was mich nach kurzem Erinnerungshören schwer begeistert. Bavaria Bootskiosk tragen mit trashigem schnellen Punk den eher glasigen Teil zur Veranstaltung bei.
Vorab geht es aber wie so oft erstmal Leute einsammeln und noch 'nen Happen Essen. Letzteres gab es auch schon mal in gut aber zum Glück hilft mir im späteren Verlauf des Abends ein türkischer Kuchenhändler aus dem Gröbsten raus. Flyer wird natürlich auch beguckt...

http://www.myspace.com/bavariabootskiosk
http://www.myspace.com/redcarburns
http://www.myspace.com/strictlycommercialrec
Als wir kurz nach neun im Druckluft aufschlagen, bin ich direkt doppelt überrascht: 1. wir sind pünktlich und 2. verdoppeln wir die Zuschauerzahl auf insgesamt sechs (!!!).
Egal, immerhin sind BAVARIA BOOTSKIOSK nur zu zweit und da passt es doch gut ins Bild, wenn es vor der Bühne ebenso leer ist wie obenauf.
BAVARIA BOOTSKIOSK sind übrigens zwei reizenden Gestalten aus Tübingen. Dr. Spitz am Schlagzeug und Dieter von Teese an Gitarre und Gesang. So man es denn Gesang nennen will. Teese gibt sich redlich Mühe, die grandiosen Texte hinter schwäbischem(?) Dialekt und jugendlicher Kopfstimme zu verstecken. Der Herr Doktor kommentiert das gelegentlich spitz aus dem Hintergrund.
Dr. Spitz spielt Schlagzeug und bölkt zwischendurch die zweite Stimme ohne Mikro. Kenner kennen den jungen Mann übrigens nicht nur als Nerd und bekennenden Xbox (igitt) Spieler sondern auch als Autobot.
Musikalisch geht es erfrischend jugendlich den Bach runter. Zügig wird man mit mehr oder weniger leichter Kost bedient und nebenbei decken sich die Protagonisten mit markigen Sprüchen zu. Die durch die 2er-Besetzung naturgemäß etwas dünne musikalische Decke wird durch ordentlich Tempo und ausreichend Bewegung allemal ausgeglichen. Zudem lassen die recht kurzen Stücke und die Trinkhallenkommunikation der beiden Tübinger keinen Raum für Langeweile.
Gekonnt finden sie das richtige Maß für die Pausenunterhaltung, so dass in der Regel die Songs länger sind als die Pausen. Leider ist das ja bei manch anderer Band dieses Genres nicht immer so.
Mit Textzeilen wie Paffen wie ein Pennäler ist nicht gern gesehen, tust du in der Disco vor dem DJ stehen sorgen unsere Helden dafür, dass es nicht zu niveauvoll wird. Sollte es doch einmal zu ernst werden, springt Dr. Spitz gerne mit einem herzigen Wortwitz in die Bresche.
Weil ich von all dem so hingerissen bin, fällt mir nicht mal auf, dass sich die Besucherzahl im Laufe des Konzertes erneut verdoppelt hat und mittlerweile selbst Schulkinder vor der offenen Tür stehen und zusehen. Nach dem überaus gelungenen Auftritt stelle ich mich natürlich zu den coolen Kids nach draußen und versuche nebenbei, einen dieser grandiosen Turnbeutel aus dem Bandmerch zu ergattern.
RED CAR BURNS aus Italien sind für mich bisher ein unbeschriebenes Blatt. Zum dritten Mal in Deutschland und mit neuer Platte unterwegs kündigt der Veranstalter sie uns als Katapult in die 90er an. Eine 90er Band ist für mich ja eher ein Grund dafür, Daheim zu bleiben; allerdings hatten ja damals schon Jawbreaker offenbar die Schnauze voll von diesem PC-Macho-Hardcore und auf dieser Linie sind jetzt wohl auch die Italiener unterwegs.
Musikalisch passt das und gefällt mir gut. Nach BAVARIA BOOTSKIOSK wirken die Songs aber eeeeeeeeeeeeewig lang und echte Highlights bleiben leider aus.
Von den Texten verstehe ich kein Wort und Pam sagt, Keiner spricht so schlecht englisch wie die Italiener. Pam sagt auch, dass der Gitarrist aussieht, als würde er bei South Park mitspielen. Ich lasse das mal einfach so stehen.
  Jetzt habe ich keinen Bock mehr schlechte Fotos zu machen und mache stattdessen ein schlechtes Video.
Der Auftritt plätschert so dahin und abgesehen von dem ziemlich witzigen Gehopse des Bassisten hält sich die Bühnenperformance in Grenzen. Überhaupt sehen die Jungs so aus, als wären sie auf Arbeit. Dem mittlerweile erneut angewachsenen, und nebenbei bemerkt relativ alten Publikum gefällt es aber und es fordert am Ende gar eine Zugabe.
Als alles vorbei ist, sitzen wir noch mit einem letzten Bier vor dem Laden und lassen uns vom Personal verzaubern. Es laufen Herrenmagazin und Fehlfarben und irgendwann erzählt noch einer unwahre Geschichten über die Entstehung von Bandnamen...


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LUX

25.08.2010 20:03
Einfach nur grandios. Alles.

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