Barulheiros, Die Conditor.ei, Dead Koys, 18.12.2010 in Witten, Werkstadt - Bericht von Härp
Gehacktes, 18.12.2010 in Witten
So sieht's dann auch Freitag auf dem Weg zur Pilgerstätte aus. Schnee so weit das Auge reicht. Mal schauen ob es dieses Jahr tatsächlich eine weiße Weihnacht geben wird. Kann mich nicht mehr dran erinnern, wann dies das letzte Mal der Fall war.
Indie/Hardcore/PopPunk/Alternative schmeiß ich mal in die Runde... Die Jungs haben früher in einer etwas anderen Formation unter dem Namen Zivimassaker gewütet, haben Schlagzeuger Ben ans Mikro gepackt und für die Schießbude einen Neuen an Land gezogen. Das weiß zu überzeugen!
Zwar sind die Songs in meinen Augen sehr beliebig und hängen bleiben will auch nicht so richtig was, aber die Röhre von Sänger Ben kommt dafür umso genialer um die Ecke.
Bassist Max, Insider kennen ihn noch von der Wittener Kult-Kapelle "Nebulo", ist zwar heute etwas hüftsteif, aber dafür bewegen sich Matze und Ben gut und geben dem Ganzen seinen Charme.
Kann sich sehen lassen, findet auch Moe. Seinen Mitbewohner Lukas hat er heute in Osnabrück gelassen, der muss sich um Frauchen kümmern.
Nach kurzem Luftschnappen im Raucherbereich (hustkeuch), begeben wir uns zu den Klängen von DIE CONDITOR.EI wieder ins Warme und lauschen den Offbeats des Wittener Ska-Nachwuchses.
Da Marek Marple sich ja etwas rar gemacht haben, füllen die Jungs und Mädels die Lücke und bieten meiner Ansicht nach eine sogar viel tanzbarere Alternative zu den, von den Mareks gespielten, eher gediegeneren Reggae/Jazz/Roots Klängen.
Insgesamt aber sehr professionell, poppig und tanzbar. Merkt man auch daran, dass sich alle möglichen Altersschichten vorne einfinden und von 12 bis Ende 50 das Tanzbein schwingen.
Für mich klingt jeder Song gleich, bis dann ein Männlein auf der Bühne steht, der in bester Oi-Manier, mit einer extrem rostigen Reibeisenstimme für einen Song sein Unwesen treibt. Geil! Warum nicht mehr davon?
Meine metallische Abendbegleitung findet das nicht so unterhaltsam, also gönnen wir uns draußen vor der Disko ein paar Bierchen in angenehmer Atmosphäre und bester Gesellschaft. Was für ein seichter Abend... Bier in der Happy Hour für einen Euro; schön!
Nachdem sich die Werkstadt deutlich geleert hat, brauchen die Trommler ein paar Minuten um die noch anwesenden Gäste wieder herein zu locken.
Gelingt. Wer die instrumental Songs (mit Percussion und Trommelgedöns) von Sepultura/Soulfly mag kommt hier voll und ganz auf seine Kosten.
Die Leute werden direkt aufgefordert mitzumachen. Weil ja alle brave Herdentiere sind, kommt der Aufforderung auch fast jeder nach. Meine Händen kleben dummerweise an der Kamera.
Ein bisschen aufgesetzt und fast zu professionell wirkt das Ganze. Als ich die Jungs das erste Mal gesehen habe, hatte das noch etwas mehr Charme. Trotzdem; die Boyband kommt nicht umsonst gut rum. Das hat hier alles Hand und Fuß und knackig jung sind die auch noch.
Auch die Trommler rasseln die übliche Rockstarscheiße mit Publikum trennen, Hände hoch, Hey rufen usw ab. Hab allerdings die Wall of Death vermisst. Bitte beim nächsten Mal dann ;)
Nach knapp 50 Minuten und nur einer Zugabe, machen sich die Jungs vom Acker und der musikalische Teil des Abends neigt sich dem Ende zu. Danach werde noch die letzten Gehacktes-Sampler unter's Volk gebracht, ein Spendenschwein geht rum und wir nach draußen.
Für einen Euro Eintritt kann man ja nicht viel falsch machen, trotzdem wünsche ich mir, dass das Gehacktes-Team vielleicht mal wieder ein paar Bands einlädt, die noch nicht x-mal in dieser Konzert-Reihe aufgetreten sind. Gibt doch sicher genug, die gerne mal hier auftreten würden.
Wir marschieren noch runter zum Bahnhof, da feiert Louis' Cousine in ihren Geburtstag rein. Wir gratulieren, ziehen direkt weiter zu 'nem Kollegen, wo wir bei Bier und Snäääps noch ein paar trashige Filme gucken. Danach geht's mit einem tapferen Weggefährten zu mir, wo der Abend irgendwann Morgens dann sein Ende findet. War nett, joa... doch wirklich.