Does it Offend You, Yeah?, Feadz, 20.10.2011 in Bremen, Treue - Bericht von Philriss
Does it Offend You, Yeah?, 20.10.2011 in Bremen
Das Wirtshaus Projekt hat es sich selbst zur Aufgabe gemacht, gute Musik in einer gemütlichen Kneipenatmosphäre zu präsentieren. Das mit der Kneipenatmosphäre hat sich zwar erledigt, als die Treue als Location ausgewählt wurde, aber immerhin gab es einen Kicker, eine Kegelbahn und eine Tischtennisplatte, die über diesen Missstand hinwegtäuschen konnten.
Das mit der Gemütlichkeit wurde dann auch sehr ernst genommen. Da man seine Freunde auch nicht um Eintritt bittet wenn sie einen besuchen, konnten die Tickets natürlich auch nur gewonnen werden. Allerdings schienen alle gewonnen zu haben, die an dem Gewinnspiel teilgenommen haben. So wie ich ja auch...
Zu voll war es trotzdem nicht, sondern es entstand eine eher dicht beieinander stehende Menge direkt vor der Bühne, die pünktlich zum ersten Ton das Hüpfen und Kopfschütteln nicht mehr stoppen konnte. Ekstase.
Does it Offend You, Yeah? sind vermutlich den wenigsten ein Begriff. Die Band hat auch bei der letztjährigen Rockliga teilgenommen und nicht gewonnen. Zum Trost durften sie heute mit einem RyanAir Flug von London in die Metropole Bremen düsen und sich ordentlich feiern lassen.
Die Musik ist, wie die Einleitung auch schon vermuten lässt, eine Mischung aus Indie, Elektro und hohen Gitarrentönen. Am ehesten würden mir jetzt noch Enter Shikari und The Prodigy als bekanntere Vergleiche einfallen.
Wenn man schon mit RyanAir fliegen muss und zudem bei einer Jägermeister Aktion antanzen soll, lassen es sich die Bandmitglieder nicht nehmen, auch schon ordentlich betrunken auf die Bühne zu kommen. Das führt dann in den Pausen zu Koordinierungsschwierigkeiten, aber dennoch hat das auf die Qualität der Songs keinen Einfluss.
Nach dem Konzert durfte ich übrigens an einem Interview auf höchstem investigativem Niveau teilnehmen. Die Organisatoren wollten doch tatsächlich wissen, wie ich den Auftritt einschätzen wurde. Als Belohnung gab es Jägermeister-Wertmarken. Da ich die Dead Kennedys auf dem T-Shirt von Dominic (dem Jägermeister Organisator) kannte, gab es gleich ein paar mehr oben drauf.
Das Publikum wurde noch aufgefordert durch die Decke zu gehen, was von einigen auch gleich wortwörtlich versucht wurde. Allerdings waren die untenstehenden zu nass und glitschig, als das so ein vorhaben tatsächlich funktioniert hätte können.
Wie hier auf dem Bild rechts zu sehen, gab es auch kleine Jägermeister, die von der Band persönlich verteilt wurden. Allerdings schienen nicht alle allzu sehr dem Alkohol zugetan zu sein. Der Gitarrist trank beispielsweise sein Flaschenbier umständlich umgeschüttet aus einem Glas. Und später wurde ich auch noch nach etwas Kokain gefragt. Ich weiß, ich weiß: sharing is caring...
Nach circa einer Stunde war das Publikum und die Band ausgetobt und am Ende ihrer Kräfte. Anschließend legte noch Feadz auf, ein Labelkollege von Justice. Ziemlich guter Elektro. Aber von DJs macht man ja eigentlich keine Fotos.
Dafür gab es noch ein abschließendes Foto vor dem "wilden" Hirsch mit Dominic. Das ist übrigens der Typ, mit den verrückten Augen.
Alles in allem eine schöne Aktion. Gratiskonzerte sollte es viel häufiger geben. Gratisschnaps bei diesen Gratiskonzerten sowieso. Das einzige, was mir gefehlt hat, war der versprochene Grünkohl und die Pinkel. Aber man kann ja nicht alles haben.