Eiltank, May The Force Be With You, 17.03.2012 in Kiel, Alte Meierei - Bericht von Chris Crusoe
Eiltank, 17.03.2012 in Kiel
Die Nacht war kurz, aber gut. Geweckt worden durch Hunde-High-Fives, da Kollege Vierbeiner auf Abklatschen konditioniert zu sein scheint. Oder er hat einfach Spaß daran gehabt - auf jeden Fall ein putziger Geselle.
Dann geht es erstmal raus. Frühstück sichern, Plattenladen ausbaldowern und so. Diese Straße scheint ein spanischer Moshpfad zu sein. Grind El Weg. Okay, machen wir!
Am Knust nochmal kurz den Trödelmarkt gestreift und im Karoviertel einen Kaffee in der Sonne getrunken. So macht das Laune!
Dann geht es zurück zum Gängeviertel, um den Bus wieder zu beladen und sich über die Auspuff-Problematik Gedanken machen. Außerdem muss das gute Stück nun auch immer angeschoben werden, weil sich eine Batterie-Problematik dazugesellt hat.
Zum Glück kann dem Gefährt durch aufopfernde Hilfe und ein wenig Blech-Fringsen geholfen werden. Vielen Dank nochmal!

Endlich sieht Chris mal eines der Plakate, auf dem der gute Dicki neuerdings als Vorzeige-Kieler verewigt ist. Viel besser ist aber, dass das Original auch anwesend ist. Das könnte wieder lang werden heute...
MTFBWY geben Metalcore (oder wie die Schubladen auch mittlerweile heißen mögen) und zwar mit allen Trademarks.
Es gibt flirrende und stampfende Metal-Sport-Gitarren, sehr variablen Gesang sowie Akrobatik und hohe Luft-Tritte wie aus dem Lehrbuch.
Leider ist das auch das Problem, denn zumindest auf Chris wirkt das eher langweilig als kompositorisch beherzt, da kaum etwas hängenbleibt und die Songs recht konstruiert wirken.
Die Band ist aber an sich grundsympathisch und beweist außerdem Humor und schreckt weder vor Ärzte- noch vor Iron-Maiden-Covern zurück. Schade, dass die Musik den netten Eindruck nicht verstärkt.
Dann fliegender Wechsel und Eiltank sind dran, die hier einen guten Ruf (?Geiltank!?) von vorangegangenen Besuchen und Festivals genießen.
Der Sound ist heute um Welten besser, aber die Meierei hat natürlich sowohl eine erfahrene Anlage, als mit Dr. Bocki auch einen Mischmeister erster Kajüte anzubieten.
Ein paar Versuche, blitzlose Fotos zu machen, führen zwar zu malerischen, aber doch recht dunklen Bildern. Muss aber auch sein. Kunst und so...
Die Ansage des Abends erklärt das Fehlen der zweiten Schredder-Axt: ?Unser Papa ist Gitarrist geworden.?
Die Meierei ist ordentlich gefüllt, wenn auch nicht zum Bersten. Allerdings ist es ja auch ein relativ größer Laden, zumindest verglichen mit gestern.
Auch wenn die Band selber nicht mit allen Details ihrer Performance hundertprozentig zufrieden ist, lässt sich ?draußen? kein Makel feststellen. Auch Basseur Litz hat nun die perfekte Balance zwischen Konzentrationsspiel und Durchdrehen gefunden. Es wird wie immer auf den Punkt geholzt, sich reingehangen und je mehr die Kapelle steil geht, desto mehr überträgt sich die Stimmung auf die Rezipienten.
Was Jan unter der Nase ist Flo auf dem Kopf gewachsen: lange Haare. Vielleicht wird ja aus Eiltank doch noch irgendwann eine True Metal Headbanger Combo.
Naja, vielleicht auch besser nicht, weil so ist es schon ganz schön cool. Chris ist gespannt, wie es weitergeht. Besetzungsveränderungen bringen ja zuweilen auch strukturelle bis inhaltliche Fluktuationen mit sich.
Wer Eiltank nochmal in gewohnter Form sehen will, dem sei hiermit das Konzert in Köln im April empfohlen. Werbung/Ende.
Die Nacht geht weiter mit einem Besuch der Schaubude, einem längeren Aufenthalt in Murat's Dönerschmiede und es wird sogar noch (anfänglich gegen Chris' schwachen Willen) ins ?tamen-t" gegangen, einer vornehmen Reste-Disko im selben Gebäude wie die Schaubude gelegen. Und zwar bis die Sonne auf und der Geist untergeht.
Kurz geschlafen und dann den Bus angeschoben, was mittlerweile auch nichts mehr nützt. Die Batterie hat sich nun endgültig verabschiedet. Am Fuße des Legien-Berges bleibt der Bus auf Höhe des Occupy Kiel-Camps liegen.
Rettung bringt ein großer deutscher Automobilclub. Noch schnell die Backline abgeholt und dann geht es wieder heim.