Hopelezz, Bleeding Heaven, Red Skulls, 05.05.2012 in Witten, Famous - Bericht von Härp
Hopelezz, Bleeding Heaven, Red Skulls, 05.05.2012 in Witten
Vor'm Famous in Annen tummeln sich bei unserer Ankunft diverse bekannte Gesichter und so verfliegt die Zeit recht schnell dank viel "Hallo" und "Alles klar? - Ja muss" bis wir dann doch endlich mal aus dem kühlen Nass ins warme Trockene hinein dürfen.
Die Jungs von RED SKULLS um Frontschwein Benny ballern direkt mit einer Intonation des Heinrich Heine Gedichts "Die schlesischen Weber" los. Musikbezeichnung; Trash-Metal (ja ohne H) - in meinen Ohren klingt das eher wie etwas gemäßigter D-Beat Hardcore ohne den üblichen Rumpelbeat.
Coverte man früher noch andere, eher uninteressante Wittener Bands, so beschränkt man sich heute nur auf eigenes Material. Gut so, die Songs können nämlich wesentlich mehr als die Coverversionen von MZäM oder Feuerwasser.
Bis auf drei, vier Songs kenn ich kaum einen Song, macht aber trotzdem mächtig Laune den Jungs beim Krach machen zuzugucken.
Einziger Kritikpunkt; der Stock im Arsch! Der muss noch gezogen werden, denn ich muss gestehen, ich habe lange nicht mehr eine Band gesehen, die so hüftsteif auf der Bühne verwurzelt war. Aber nun gut... musikalisch hat das alles Hand und Fuß!
Zum Ende hin kommt dann auch der Überhit des Quartetts; "In your face (motherfucker)"! Mehr Pathos geht nicht, aber Max Cavalera würde sich wohl die Finger lecken nach dem Song.
Man muss auch ehrlich sagen, dass die Truppe auch einfach einen Mann am Gesang hat, der weiss wie man schreit. Bei eben erwähntem Sepultura/Soulfly-Barden würde sicher vor Ehrfurcht eine Träne kullern, so fies wird hier gekeift! Jungs, bitte nicht wieder 5 Jahre verstreichen lassen bis zum nächsten Auftritt!
Nachdem die Bühne geräumt wurde, fingen die Metaller von BLEEDING HEAVEN direkt an rumzuholzen. Schöner Midtempo DeathMetal der mich vom Riffing her ein wenig an alte Kataklysm erinnert.
Leider litt die Darbietung etwas unter dem dünnen Sound. Gitarren und Gesang kamen zwar gut durch, aber für so'ne Mucke muss das Schlagzeug halt auch drücken. Aber dadurch, dass die Bands im Famous immer sehr erhöht spielen, ist es technisch nicht ganz so einfach, das vernünftig zu pegeln.
Die Jungs hatten auf jeden Fall Spaß und ich halte die Augen und Ohren offen falls es sich noch mal ergibt, die irgendwo in der Nähe live zu sehen.
Band vorbei, kurz zur Karre und eine Schnapszeit eingeschoben da im Famous strenges Schnaps-Verbot herrscht. Tjoa, dann halt nicht...
Als Headliner vor schon mittlerweile sehr stark dezimiertem Publikum spielten dann HOPELEZZ auf. Bei den Jungs war meine Erwartung am höchsten, klangen die Sachen von der Homepage der Jungs doch stark nach SchwedenMetal a la InFlames und Konsorten, aber mit zusätzlichem Knüppelfaktor.
Allerdings macht wohl auch der Sound der Band einen Strich durch die Rechnung, denn ich war nicht der einzige der eher enttäuscht war von dem was da geboten wurde. In der zweiten Reihe übrigens die RedSkulls Burschen im schneidigen Mono-Shirt Look. Bands die sich Bands angucken, wenn halt das Publikum nicht mehr will.
Zu Hopelezz; entweder hatte die Band an dem Abend keinen Bock oder die StudioSachen spiegeln einfach nicht die eigentlich Qualität wieder. Der Soundbrei veranlasste uns auf jeden Fall, das Feld vorzeitig zu räumen.