Abfukk, Get It Done, Knastparty, 01.03.2013 in Mülheim/Ruhr, AZ Mülheim - Bericht von Fö
Abfukk, 01.03.2013 in Mülheim/Ruhr
Aber zunächst der Opening Act: KNASTPARTY! Schöner Name schonmal. Erinnern vom Sound her ein wenig an die Superfreunde, aber leider ohne deren Genialität zu erreichen. Würde mich nicht wundern, wenn die auch aus dem Emsland kommen, zumindest spielen sie die Bauerntrottel-Nummer ziemlich perfekt. Besondere Merkmale: Lautes und hohles Lachen.
Die Lieder handeln vermutlich größtenteils vom Saufen und sind eher rudimentär arrangiert. Holpriges Prollofutter halt. AZ-kompatible Texte à la "Anlauf statt Gleitcreme" oder "Pimmel raus" sprechen eine deutliche Sprache (das hätten sich Nordwand nicht getraut!). Also eher was für Leute mit dem Niveau tief in der Arschritze. Cool!
Ne CD haben sie auch dabei, der Sänger will sie verhökern und fragt zunächst seine Bandkollegen, welchen Preis man denn ansetzen solle, bestimmt dann diktatorisch einen Euro als Preis, um sich wenig später zu korrigieren, dass man sich die einfach für lau mitnehmen solle. Wenig später kommt ein Mädel und wirft nen Euro auf die Bühne.
Die restlichen CD's wollte selbst für lau keiner haben. Ich hab ja noch überlegt, die Band einfach spontan bei Rilrec unter Vertrag zu nehmen und unter Maks' Namen zu unterschreiben, hab aber seine Kontodaten gerade nicht zur Hand. Also bleibt auch die CD, wo sie liegt. Irgendwo auf der Bühne. Ja, äh, wie sagt man das diplomatisch? Unterhaltsamer Auftritt.
Danach die kurzfristige Gast-Einlage von GET IT DONE, die für Empowerment einspringen. Hardcore. Mit leichten Skatepunk-Akzenten, was dem Ganzen doch noch etwas Eigenständigkeit verleiht. Würde ich ihnen zumindest mal bescheinigen, ein Experte für Hardcore bin ich ja nun nicht unbedingt.
Kannte auch die Band vorher nicht. Ich vermute jetzt einfach mal, dass die so aus diesem Abfukk-Umfeld kommen - und scheinen auch gar nicht so unbekannt zu sein, zumindest werden so einige Songs fleißig mitgesungen. Wenn auch teilweise erst beim zweiten Versuch. Und es ist deutlich voller geworden als zuvor bei Knastparty - aber um ehrlich zu sein, wundern tut mich das nun auch nicht unbedingt.
Also denn, schönes Geschmetter und Geshoute, zaghafte Rundlauf-Versuche im Publikum - genauer gesagt, 2 Leute die sich ausschweifend bewegen. Der Rest tut das, was bei der Musik offenbar obligatorisch ist: Stur mit dem Kopf nicken. mach ich dann auch. is nich so anstrengend.
Am Ende noch ne Aktion, die ich nur so halb mitkriege - Man wartet auf Trocken-Stagediver. Also, ohne Musik dazu, höchstens son bisschen Melodei-Geplänkel. Vermutlich hab ich grad nicht hingehört, als erläutert wurde, warum das gemacht wird. Vielleicht ja irgendne Form von politischer Selbstverwirklichung.
Und noch ne Zugabe. Black Flags "Rise Above". Da ist dann auch endlich mal etwas mehr Tumult vor der Bühne.
Wieder raus, Bier trinken, wieder rein. Nächste Band: ABFUKK! Deutschlands unterste Schublade! Alles was ihr wissen müsst, ist dass alles scheisse ist! Tolle Band. Asozial und doch mit Botschaft. Und ne echt gut funktionierende Mischung aus Deutschpunk und Hardcore. Auf Platte geil, live ein Genuss.
Riesiges Gewimmel vor, auf und neben der Bühne. Frontfigaro Marcel besteht, wie wir feststellen, lediglich aus Tattoos und Knochen und wirbelt sämtliche Gliedmaßen in perfekten Kreisen quer durch die Lüfte. Hass im Bauch, Wut im Blick und ne Spur spitzbübischer Humor. Super.
Schön Vollgas. Zwischendurch wird noch darauf hingewiesen, dass es total scheiße wär, auf Ware am Merchstand aufmerksam zu machen - aber (und jetzt kommt ein aber, das es verdient hat!!) sie haben ein Walross als Shirtmotiv! Ein Walross das auf nem Bullen sitzt. Und im Hintergrund rauchende Pinguine! Wenn das mal kein Verkaufsargument ist. Bevor ihr sucht: hier Bild
Ansonsten auch alles geil. Im Publikum wird fleißig Konfetti verteilt, Menschenmassen wogen wellenartig durch den Moshpit, und hier und da pöbelt mal wer gen Bühne. Oder von der Bühne. Hier wird beiderseitig kommuniziert, sehr harmonisch das alles.
Manko: Konzert wirklich sehr zu kurz. Also, so gefühlt 20 Minuten. Ein paar Minuten füllt die Band noch dadurch, dass sie sich zweifelnd anschaut, ob man noch ne Zugabe spielen solle. Publikum sagt ja. Slimes "Bullenschweine" kriegen wir also noch vor den Latz geknallt