Christmas, 09.11.2013 in Köln, Schöner wohnen - Bericht von Fö
Christmas, 09.11.2013 in Köln
Achja, anfangs dachte ich noch, ich hätte mich gänzlich vertan weil dat Ding, aus dem die Livemusik kam, gar nicht so bauwagenplatzmäßig aussah - handelte sich aber nur um son Bootshaus gegenüber vom Bauwagenplatz, in dem zufälligerweise heute auch Livemusik angesagt war. Witzig. Leider erkannte ich den Irrtum so früh, dass ich davon nichtmal mehr ein Foto gemacht hab. Ab nach gegenüber.
CHRISTMAS im versifften Bauwagenplatz-Holzschuppen. Gibt ja sogar so ne Art Bühne, und so ne Art Soundanlage mit einer Art Verkabelung. Davon scheint aber einiges mit diversen Wackelkontakten gesegnet zu sein, so funktionieren die Mikrofone nur mal hier dann und wann, aber, äh, naja, is halt pank. Immerhin regnet es nicht durch die Decke, kann mich dunkel erinnern dass das beim letzten Mal der Fall war.
Christmas hab ich ja letzte Woche erst beim Saarlopalooza bewundern dürfen. Ist ja fast unangenehm, dass ich heute schon wieder vor der Bühne stehe. Aber ich hoffe einfach mal, dass Max' Frage, ob ich nächste Woche auch nach Stuttgart fahre, nicht so ganz ernst gemeint war. Höhö. Äh, ja. Immerhin kann ich den heutigen Auftritt etwas konzentrierter verfolgen, letzte Woche hing mir ja ständig der Style-Sheriff anne Backe und gab Styling-Tipps. War zwar nett gemeint, aber bei nem Konzert kann ich das ja nu echt nicht gebrauchen! Gut dass die Nervensäge heute nicht da ist.
Also, Christmas. Der Bandname hat sich bei mir mittlerweile so sehr eingeprägt, dass ich überhaupt keinen Gedanken mehr daran verschwende, dass sie sich ja eigentlich nach nem kirchlichen Kommerz-Tag benannt haben. Im Gegenteil, wenn ich irgendwelche Weihnachtsfloskeln à la "Merry Christmas" höre, muss ich zunächst mal darüber nachdenken, was das denn nun mit der Band zu tun hat. Tja.
Christmas haben ja letzte Woche ihr Album "Appetite For Selfdestruction" rausgebracht, mit dem gleichnamigen Opener beginnt auch heute das Set. Mittlerweile hab ich die Songs ja schon ein paarmal gehört. Ist ja schon ganz geil. Gesang der Sparte "Heiserer Bulle sucht Weide zum ausweiden", versetzt durch die liebreizenden Vocals von Frau Mötherfucker, die schön räudig ihre Parts mit rein krächzt.
Heute leider nicht ganz so kraftvoll. Also, eigentlich schon, zumindest sieht sie beim Singen ganz angestrengt aus (der Style-Sheriff wäre begeistert vor so viel Einsatz), aber was am Ende aus den Boxen kommt ist nicht wirklich der Rede (oder des Gesangs) wert. Das mindert aber eigentlich nur bedingt die Freude am Auftritt, ich bin ja nun echt lieber in nem ranzigen Siffschuppen mit schlechter Technik als in nem riesigen Kommerzladen mit, äh, schlechter Technik.
Das mit der schlechten Technik oder schlechtem Sound ist eh sowas, was mir vermehrt erst auffällt, seit ich keinen Alkohol mehr trinke. Früher war das alles egal, hauptsache Saufen. Glücklicherweise hat das sonstige Publikum heute ähnliche Prioritäten, bei einigen bin ich mir gar nicht mal sicher, ob Alkohol das einzige an Fremdkörpern ist was da grad in deren Blutkreislauf zirkuliert.
Oh, ein Schlagzeugerfoto. Mitterweile der Drölftrillionste Drummer bei der Christmas-Brut, aber dafür trommelt er ziemlich berserkerig. Und: Er hat den irren Blick. Dass dem beim Trommeln nicht die Augen ausm Kopp fallen...
Auftritt, mal abgesehen von gelegentlichen Mikrofonausfällen, ganz amtlich. Kann mich an Titel erinnern wie "Nothing but a handjob", "Wolfpack", "No more tears", "Suicide Girls", "Skate all night", soweit alles schön. Das Turbonegro-Cover "Erection" darf auch nicht fehlen, aber ausgerechnet hier versagt dermaßen die Mikrofonie, dass die Zuschauer den kompletten Gesang übernehmen müssen - und nicht wirklich über "whohoho, I got erection" hinaus kommen. Witzig.
So witzig, dass der Song nach erfolgter Mikrofonaustausch-Aktion nochmals präsentiert werden muss. Läuft etwas besser. Größtenteils. Der weitere Verlauf des Konzertes besteht aus Begeisterungsbekundungen des Publikums, Zugaben werden gefordert, und schließlich müssen Christmas einen Song spielen, der bereits vorher im Programm war. Das ist, wie wir alle wissen, ein absolutes No-Go. Aber Christmas stehen da drüber.
Letzte Zugabe sogar wieder mit Oberkörperbekleidung. Quasi in zivil. Ungeplante Zugaben sind ja eigentlich doch ganz sympathisch. Anschließend noch ein wenig palavern, während ich mir Gedanken machen muss wie ich um die Zeit noch nach Hause komme...danke an Marie fürs Raussuchen der Zugverbindung! Nebenbei quatscht mich ein Typ zu wie scheisse doch der Sound war. So à la "DAS MACHT MICH SO WÜTEND!! VERDAMMTE KACKE!" und so. Ja, hier erlebste Sachen. Ab nach Hause, Stunden später kann ich endlich ins Bett fallen.