Pettersson, Hausmeister, Kalkavé, 09.11.2016 in Dortmund, Nordpol - Bericht von der Redaktion
Pettersson, 09.11.2016 in Dortmund
Die fünf Euro Eintritt hätten echt in der Veranstaltungsankündigung erwähnt werden sollen. Sei's drum, nachdem der Eintritt zusammengeschnorrt ist, lass ich mich mal überraschen. Kenne keine der Bands, weiß nur: die machen irgendwas emomäßiges. Sven sagt, er hat sie sich vorher angehört.
Oh ja! Bei Hausmeister sind die Studioaufnahmen ja mal wirklich extremst grausig, was an der absolut ätzenden Stimme liegt. Die zwei anderen Bands sind okay, halt so Nordpol-Musik, ein bisschen Emo-Geschrei und Progressive-Zeugs.
Und der Abend beweist mal wieder: Emokram ist live wesentlich besser als auf Platte.
Definitiv! Juhu! Die neue Kamera ist da. Also, auf zum Feldtest ins Nordpol!
Da ich mir HAUSMEISTER vorher angehört habe, bin ich ganz froh, dass der Bass so laut ist. So entsteht eine richtig dicke Wand, die Stimme tritt in den Hintergrund und klingt dort auch gar nicht so schlecht. Erstmal bin ich etwas schockiert über den unausgewogenen Sound.Viel Bass ist gut, aber der verschluckt hier echt alles. Gesang und Gitarre sind kaum hörbar. Aber auch so kann man sich das schon geben.
Haha, gute Beschreibung. Ja, HAUSMEISTER sind für mich die Überraschung des Abends. Technisch sehr versiert und experimentell wird einfach mal total abgefackelt. Und wie die abgehen. Der Drummer sieht das ganze Set über aus, als hätte er einen sehr spaßigen epileptischen Anfall.
Ab und an gab es dann auch sehr atmosphärische Soloausflüge an der Gitarre. Klingt ganz geil, vor allem mit den Gesprächsfetzen des Publikums. Kneipenatmosphäre halt. Irgendwann zieht der Mischer nach und man hört auch den Rest der Band wieder. Voll gut.
Richtige Musik zum Drin-Versinken. Ab und an leicht psychedelisch, zwischendurch unnormales Tempo, dann aber wieder Zeit zum Träumen und Rumdümpeln. Endlich mal eine Band, die es auch verseht, lange Instrumentalstücke zu kreieren, die nicht langweilig werden!
Genau, bombe. Die hätten ruhig länger spielen können! Lange Rede, kurzer Sinn, das war total abgefahren und geil. Coole Liveband.
Nach Jim Morrison dürfen das Musiker eigentlich. Aber wenn man nach Morrison-Maßstäben nüchtern in einer kleinen Kneipe nur einen halben Meter vom Publikum entfernt auftritt, wirkt das komisch. Als nächstes spielen dann KaDeWe. Tschuldigung, ich meinte natürlich KALKAVE aus Dortmund. (Nicht nur) gefühlt wird es finsterer im Nordpol und bis auf Drummer und Sänger drehen uns die Musiker ausnahmslos ihre großen, dunklen, starken Rücken zu.
Da fehlt die Energie, die Begeisterung, mit der uns Hausmeister eben so weggefegt haben. Musikalisch ist das Ganze recht passabel, aber wenig erhellend, hat man schon gefühlte hundert Mal gehört.
Und verdammt, die sollen sich doch bitte mal umdrehen. Jedenfalls machen KALKAVE genau die Musik, die ich erwartet habe: Emo mit ein paar Screamo-Einlagen. Ganz okay, aber nach Hausmeister kann mich das überhaupt nicht mehr begeistern.
Am Ende löst sich auch der Gitarrist auf, aber auch das erregt bei mir null Emotion. Immerhin war es kurzweilig, was aber vor allem an der gering ausgeprägten Quantität lag.
Gelebter Feminismus! Das ist mal ein saucooles Bühnenoutfit. Gute Kombi: Hotpants, behaarte Beine und treibende, düstere Musik. Könnte man schon fast als Performance-Kunst interpretieren. Am Ende dürfen dann noch PETTERSSON ran. Die finde ich dann wieder besser. Zunächst mal direkt rein optisch: weiße Shirts (außer der Drummer) und keine Hose über Knielänge.
Find ich wiederum schade, weil mir die nämlich genauso gut gefallen wie Hausmeister. Finde aber den Sound wesentlich ausgeglichener.
Auch hier super Stimmung und schicke Musik. Passt technisch auch wieder und außerdem ist der Auftritt so richtig schön knackig kurz, 15-20 Minuten vielleicht.