KNRD Fest Tag 1: A Wilhelm Scream, The Human Project, Thee Infidels, From The Tracks, Dankeschatz, 20.07.2018 in Hormersdorf, Naturfreundehaus - Bericht von der Redaktion
KNRD Fest Tag 1, 20.07.2018 in Hormersdorf
Pff, Greenhorn.
Dafür darf ich mich diesmal richtig jung fühlen, bin ich doch schließlich zum ersten Mal hier, als Nesthäkchen quasi. Papa Zwen nimmt mich aber an die Hand und zeigt mir alles. Dieses Jahr steht mein mittlerweile dritter offizieller Besuch des KNRD Fests in Hormersdorf an. Andi stellt mir, als ich ihm dies verkünde, ein kleines KNRD-Veteranen-Zeugnis aus und bestätigt mir, dass ich endlich auch Sätze à la "Die letzten Jahre war hier weniger los!" sagen darf. Juhu!
Es war eigentlich, obwohl offiziell ausverkauft, eigentlich kaum ein Unterschied zum letzten Jahr.
Mir kam es sogar minimal leerer vor, aber ich habe jetzt keine offiziellen Zahlen.
Zwen war ziemlich voll. Gerd auch. Passt also. Die letzten Jahre war die Zeltwiese nicht so voll!
Nächstes Jahr mal Störfaktor?
Wenn's zeitlich passt, gerne! Als Jüngling bin ich natürlich umso mehr angetan vom schönen Gelände. Überall grün, alles übersichtlich, liebevolle Beschilderungen. Supertoll! Das ist genau der Grund warum ich mir jedes Jahr aufs neue festnehme, mal ein paar mehr kleine Festivals mitzunehmen.
Warum hat Knrd eigentlich seine Vokale verloren? KNRD weiß, was gut für dich ist und schenkt uns wie jedes Jahr einen halben Liter frisch Gezapftes in Krügen aus. Guter Mann!
....und da ist er: Andi Eckert. Fotograf, Orgateammitglied und mein Lieblings-Stalking-Opfer. Hach, schön hier!
Eröffnen tut heute nicht die Bierzeremonie, sondern DANKESCHATZ. Ich finde es ja schön, dass das KNRD-Fest sich ja spätestens seit dem letzten Jahr auch für Genres abseits der Rollbrett-Musik öffnet, aber muss es denn unbedingt Turbostaat-Musik sein? "Das Leben ist schön!"
Ich fand's eigentlich gar nicht so mies, aber ich mag ja auch Turbostaat. Allzu sehr an Turbostaat haben sie mich auch gar nicht erinnert. Gab halt deutschsprachigen Punkrock mit Geschrei, bei ein paar Songs wurde sogar musikalisch ziemlich ausgeholt, was mich eher an sowas wie Karmacopter denken ließ.
Ich fand, dass die Hälfte des Sets schon sehr an Turbostaat erinnert hat, die andere Hälfte jedoch nicht. Das ist immerhin schon mal eine Set-Hälfte, die mir positiv in Erinnerung geblieben ist. Vor allem wegen den alternativen bis progressiven Songstrukturen.
Ja, geht mir ähnlich. Auch wenn wir Skatepunk alle so lieben, Abwechslung tut uns allen gut.
Leider verpasst wegen Zeltaufbau. So insgesamt: Als Auftakt okay, wirklich mitreißend aber nicht. Aber ich bin ja schon froh, dass es kein Skatepunk ist.
...-Bassist, oder?
Jau, vertan.
Das ist Karl, natürlich spielt er Bass, das muss so sein (siehe Karl Alvarez). Die Eröffnungszeremonie findet also heute etwas später statt und ist auch ein klein wenig weniger pompös. Dafür gibt es ein schickes Holzfass und eine kleine Rede vom Darko-Sänger.
Freilich!
Du Schwein. Heidewitzka, da seh ich schon ziemlich betrunken aus. Das muss die Landluft sein.
Ebenfalls relativ spontan mitgekommen ist Internetpersönlichkeit und seit dem KNRD-Fest Roadie von A Wilhelm Scream Götz Schaffrin-Schneider. Leider brauchen A Wilhelm Scream für den Gig beim Seepogo morgen keinen Roadie mehr und dann ist die Tour auch schon zu Ende. Tja, so fährt Götz dann doch wieder mit uns am Sonntag nach Hause. Trotzdem hat er wohl immerhin mehrere Stunden im Tourbus von A Wilhelm Scream verbracht.
THEE INFIDELS. Gute Band, letztes in der heimischen Ballonfabrik gesehen. Wie eindeutig erkennbar ist, immer noch zu dritt, ohne neuen Gitarristen.
Habe sie ja bis jetzt immer nur zu viert gesehen und fand damals den Auftritt den sie bei mir aufm Bunt Statt Braun gezockt haben einfach großartig. Das heute ist auch toll, aber Joes Melodien vermisse ich schon etwas. Auch wenn Tim das wirklich gut zu kompensieren weiß. Trotzdem: Leute, die Gitarre spielen können im Raum Frankfurt: Ihr habt gerade die Möglichkeit, bei einer der besten Skacore-Bands zu klampfen. Da ich sie nie zu viert gesehen habe (einen Gig auf dem KNRD vor zwei oder drei Jahren mussten sie leider absagen), weiß ich gar nicht, wie groß der Unterschied jetzt also ist.
Skacore. Einfach Skacore.
Ich weiß nicht, nannten nicht schon die Bosstones ihren Stil Skacore? Genre-Schubladen sind auch nicht mehr was sie mal waren. Auf jeden Fall super geil, diese angepisste Ska-Punk-HC-Mischung ohne Bläser, Offbeat-Geballer, egal wie man es nennt, es geht richtig gut ab.
damals in Darmstadt, aber da waren sie zu viert. Früher war eben alles besser.
Sag ich ja! Die brauchen wieder eine zweite Gitarre! Auftritt gefällt jedenfalls. Wenn auch nicht so gut wie
Sag ich ja! Die brauchen wieder eine zweite Gitarre! Auftritt gefällt jedenfalls. Wenn auch nicht so gut wie
Naja, noch ein kleiner Bug im Sortier-Algorithmus, die Reihenfolge stimmte nicht ganz. Aber warum hängen hier eigentlich nirgendwo Zeitpläne?
Da muss ich jetzt auch mal ein wenig meckern. Klar, dieses Jahr bekommen wir auch wieder ein großartiges Festival geliefert, aber dennoch fehlen mir ein paar kleine Details. So gab es ja letztes Jahr diese selbst gemalten Zeitpläne direkt an der Bühne, wo man dann immer schauen konnte wer gerade spielte. Endlich funktioniert die Bierschinken-Festival-App mal!
FROM THE TRACKS aus Schweden. Spielen heute ne Reunion-Show, wie man das eben heutzutage so macht, davor waren sie 5 Jahre weg vom Fenster. Von einem Fenster, vor dem ich nie stand, zumindest hab ich von der Band nie zuvor gehört.
KNRD-Fest in a nutshell. Musik: Skatepunk! Und somit die erste Skatepunk-Band des Wochenendes, und mit Sicherheit auch nicht die letzte. Deswegen kann ich zum Auftritt eher wenig sagen, gab einfach zu viele Bands die auch alle irgendwie so ähnlich klangen.
Das Gezapfte hier aufm KNRD schmeckt jedenfalls wieder mal phantastisch, aber ich weiß natürlich was du meinst. Bei den ersten zwei Gläsern denkt man sich noch so: "Ah, was ein Genuss!" und dann irgendwann nur noch "Hau weg die Scheiße!". Mit Skatepunk ist es eben wie mit Bier: Wer Bock hat sich drauf einzulassen, schmeckt die Unterschiede, für den Unbedarften schmeckt alles gleich. Oder vielleicht auch andersrum: Wenn man zu viel konsumiert, schmeckt irgendwann alles gleich? Ich weiß nicht ganz zu welcher Sorte Biertrinker bzw Skatepunkhörer ich mich zählen würde.
Guter Vergleich, ich bin ja erklärter Fan von beidem, habe mich in diesen Momenten aber leider dem Bier zugewandt und die Band dadurch vollumfänglich verpasst. Steinigt mich!
Dachte ich hätte die mal aufm Punk Rock Holiday gesehen, aber meine Recherche ergab dass ich die da verpasst habe. Trotzdem machen die eigentlich genau die Musik, die ich erwartet hatte. THE HUMAN PROJECT. Die Band ist für den einen Gig mitm Auto aus Leeds gekommen. Muss man sich mal vorstellen! 12h ein Trip oder so.
Eunuchengesang passt perfekt! Das war dann auch der Grund warum ich die Band zuerst nicht so sehr mochte, aber mittlerweile gebe ich mir die echt gerne. Ballert! Skatepunk mit Eunuchengesang und Geschrei, schön fidelig, einfach klasse.
Ich find's zugegebenermaßen auch ganz geil! Trau mich das ja fast gar nicht zu sagen, aber hatte auch nen leichten Rise-Against-Touch, nur in cool.
Also frühes Rise Against? Aber stimmt, beispielsweise "The Beautiful Shame" erinnert tatsächlich an alte Hits der oben genannten Band. Das neue Album (Review kommt demnächst) gefällt mir auf CD eigentlich gar nicht so gut, live ballert es aber durchaus rein.
Mehr Bands waren das Freitag nicht? Da hab ich in meinem Rausch ja gar nichts verpasst!
Der Freitag war echt angenehm übersichtlich...aber ging ja auch erst gegen 17:30 los. A WILHELM SCREAM
Habe ja nicht den Vergleich, aber das da war ja mal der absolute Abriss. Ist definitiv die kleinste Bühne auf der ich die Band sehe und das macht definitiv Spaß. AWS haben mich exakt sieben Tage vorher in München irgendwie mehr begeistert, vielleicht war ich einfach zu blau. Spaß wurde dennoch gehabt.
Das war einfach der beste Auftritt, den ich je von A Wilhelm Scream gesehen habe. Klar, ich war ja auch nicht in München, und wenn der Gitarrist später sagt dass heute zumindest in den Top 3 der Tour ist, könnte vielleicht echt noch Luft nach oben sein, aber ich für meinen Teil habe einfach nichts zu meckern. Großartiger Auftritt.
Den Abriss gönne ich mir doch auch und lasse mich mal mehr mal weniger elegant von den Leuten tragen. Am Ende sage ich dann meistens dem Rindenmulch "Hallo!", aber die blauen Flecken sind es definitiv wert. Die Band gibt Vollgas, auf der Bühne springt, brüllt und grinst alles um die Wette, und vor der Bühne der totale Abriss. So muss das!
In der Tat, alles Hits! Waren auch jede Menge Hits dabei. Me vs. Morrissey, The Last Laugh, These Dead Streets, The Soft Sell, I Wipe My Ass With Showbiz, The Horse und und und! Und auch schön lange gespielt. Geil!
Couchsurfing mal anders: Am Ende segelt auch noch ein Sofa über die Köpfe der Feiernden. Ja sind die denn alle wahnsinnig hier.
Ich bin auf dem Weg ins Zelt noch ein paar Mal umgefallen, aber im Prinzip wars so ähnlich. Als Zugabe gibt es dann noch "We built this city on debts and booze" und alle rasten komplett auf, während ich einfach nur noch tot in mein Zelt falle.
"Lovely Lions!" Auf der eigens errichteten Akustik-Bühne spielt irgendwann zu später Stunde MIKE MOAK, dessen Namen ich aber erst später erfuhr. Vorher vom AWS-Sänger noch angekündigt als "My buddy Michael" hatte ich eher die Befürchtung, dass da gleich Michel B. auf der Bühne steht.
Gefällt mir ganz gut, trotz Akustikgitarre. Starker Gesang, nicht zu aufgesetzt, man merkt dass da ein Punkrocker auf der Bühne steht. Wie mir gesagt wird, der Sänger von den morgen auftretenden After The Fall. Hm, dann werd ich mir die wohl auch anschauen müssen.
morgen so passiert!
Bis zum Ende schaue ich mir das aber trotzdem nicht an, Akustiklieder sind halt doch langweilig, ich kenne eh keinen Song und mir fallen die Augen zu. Götz Schaffrin-Schneider berichtet am nächsten Tag, es wären noch ein paar gute Coversongs gefolgt, aber da lag ich wohl schon im Koma. Mal schauen was