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Spanish Love Songs, Stereokeys, Shoreline, 25.11.2019 in Bochum, Rotunde - Bericht von der Redaktion

Spanish Love Songs, 25.11.2019 in Bochum

Reni: Nachdem ich Spanish Love Songs am Samstag zuvor vor 4000 Leuten im Palladium leider verpasst habe, kriege ich heute (zum Glück) nochmal eine Chance. Ich treffe mich mit Marc und Götz am Bermuda Kiosk, bei dem man (wie an der Tür geschrieben steht), die Tür öffnen muss, um etwas dort einzukaufen (!?). Mit Wegbier bzw -Schnaps bewaffnet machen wir uns auf den Weg zur schönen Rotunde. Zum Glück muss man hier nicht katholisch sein, um Einlass zu erhalten. 
Marc50: Konzerte an einem Montag zu veranstalten ist erstmal eine komische Idee, aber da RVIVR dieses Jahr nicht in Europa sind und ich alle Iron-Chic-Termine krankheitsbedingt verpasst habe, will ich wenigsten die drittbesten Vertreter des geschätzten Genres "Heul-Core" live erleben. Außerdem ist Montag ja der "kleine Dienstag", zumal in einer Studentenstadt wie Bochum. Mal schauen. Ich bin mit Gitarrenlegende Götz Schaffrin-Schneider am HBF verabredet. Da er sich zu verspäten droht, muss ich erstmal den Zug aufhalten, so dass Götz gerade noch um Punkt 18:36 Uhr in den bereits rollenden RRX hechten kann. Ein echter Teufelskerl. 
Götz: Der Montag ist in der Tat der undankbarste Tag für Veranstaltungen, denke ich. Daher habe ich auch vorher keinen blassen Schimmer, welche Besucherzahl uns erwartet, zumal Spanish Love Songs in der vergangenen Woche schon zweimal im (un)weit entfernten Köln als Support spielten. Da aber die gesamte Reisegruppe sich den Tag darauf freigenommen hat bzw. sowieso frei hat, steht der Anreise in die Kultstadt Bochum nichts im Weg. Bis auf den beschriebenen Actionfilm-Stunt lief diese zum Glück auch reibungslos.
Marc50: Auf dem Weg zur Rotunde begutachten wir das Speisenangebot von "Pizzamanns", aber davon später mehr. Am Kiosk treffen wir auf Internetlegende Renate Lohse - nun kann ja nichts mehr schief gehen. Am Einlass werden wir freudig von Kotzi begrüßt und wir verquatschen uns bei zwei bis zehn Kaltgetränken. Als wir endlich den Saal betreten, spielt die erste Band bereits (siehe Photo).
Götz: In der Rotunde fühle ich mich überraschenderweise gut aufgehoben, so hatte sie bei mir doch den Ruf als Location für eher gehobenere Partys und "ab und zu mal" Rockkonzerte (war es vor der Renovierung anders? Bochumer, bitte antworten).
Der Saal ist nicht zu groß und als Extras gibt es draußen Sofas, Schaukelstuhl und Rauchergehege.
Für Assel-Nietenpunkbands weniger passendes Ambiente, aber für heute völlig ok. Bierpreis 3€/0,33L
Reni: Ich habe heute gar keinen Bock zu Saufen, Marc sagt, ich habe evtl. Depressionen oder Krebs, ist mir aber egal, ich wage mal was und kaufe mir eine Mate, die erstaunlich gut schmeckt. Aber teuer isse.
Marc50: Anfangs denke ich noch da läuft Musik vom Band, so aalglatt ist der Sound der STEREOKEYS. Der Sänger hat zwei Mikrofone, keine Ahnung wozu. Eventuell hätte ich das noch rausgefunden, wenn ich nicht noch schnell auf 10 Bier zur Bar gegangen wäre und mich mit Bekannten von Götz Schaffrin-Schneider verquatscht hätte. Als ich gut gelaunt in den Saal zurück komme, ist die Band gerade fertig. Um Punkt 20:28 Uhr.
Reni: Habe wie immer einen Narren am Schlagzeug gefressen und starre - gekickt von sehr viel Koffein - beeindruckt auf die Darbietungen des Drummers. Würde Genre " melodische Heulmusik" nennen, ist mir leider aber nichts im Kopp von geblieben. HEUL!
Götz: Es hatten sich zumindest schon einige Hörer in die Halle verirrt. Solider Start in den Indie-Punk-Abend. Gerne wieder.
Götz: Unsere beste Theorie, warum die Merchabteilung von Spanish Love Songs Käufer mit Kreditkarten bevorzugt: Die Band hat Angst, Barzahlungen in Euro nach Konzertende direkt zu versaufen.
Marc50: Kartenzahlung bei Punkkonzerten immer Beste. Man kann für Unsummen Merch kaufen und hat trotzdem noch genug Bargeld zum Saufen. Win-Win-Situation. Renate Lohse kauft mir ein schickes Spanish Love Songs Laiberl, weil ich ihre Karte bezahlt habe.
Reni: Ich habe mir auch eins gekauft, mit Blumentöpfen. Als ich es hinterher zu Hause präsentierte, erntete ich nur SPOTT!!! Ach, die haben doch alle keine AHNUNG! LG trotzdem.
Marc50: Weiter geht es mit SHORELINE. Die kommen aus Münster oder so und wurden mir als "generische Uncle-M-Band" angepriesen. was immer das heißen mag. Optisch schonmal klasse, alle in Schwarz. Apropos Optik: Die männlichen Besucher sehen alle so aus wie Frank Shitler oder tragen Wollmütze-Schnauzbartkombi. Bei den Frauen: Auch Wollmütze, 70% Pony.
Götz: Die Millenials hier haben immerhin guten Musikgeschmack.
Nur den Sicherheits-Halbkreis vor der Bühne lassen sie höflicherweise noch frei. Wie sonst auch ist es dadurch hinten bereits schön eng.
Marc50: Der Sänger hat ne richtig gute Stimme und kann damit auch was anfangen. Überhaupt: Technisch sehr gut alles, fetter Sound. Selbst als der Bassist bei einem Lied einfach aufhört zu spielen, klingt es immer noch super. Irgendwann zu Beginn schlägt auch Michael Lemonrocker endlich auf, bzw. ein wie eine Rakete.
Reni: Fand die richtig nice. Vor allem die botternden Gitarren und die obligatorischen Half-Time-Moshparts. Sänger war super energiegeladen, das war ansteckend. Mochte es.
Götz: Kann mich nur anschließen. Mir hats Spaß gemacht, der Band offensichtlich auch. Da bleibe ich auch trotz der etwas längeren Spielzeit.
Marc50: Musikalisch deckt die Band die gesamte Bandbreite ab: Von Iron Chic in halb so schnell über Get Up Kids in halb so schnell bis zu Hot Water Music in halb so schnell ist alles dabei. 
Götz: Man hat bestimmt schon ein paar der Bands gehört, an die Shoreline erinnert, was in meinen Augen aber absolut nichts Schlechtes ist.
Hier passen sie auch deutlich besser ins Lineup als zuletzt bei Lagwagon und Satanic Surfers in Münster.
Marc50: Leider packt mich das nicht so richtig, mir fehlen die Melodien. Es bleibt nichts hängen.
Reni: Besser nix bleibt hängen als hängengeblieben sry meine MEINUNK!
Götz: Ich bin nur froh, dass ich nicht schon wieder Shoreline mit Straightline verwechselt hab
Marc50: Dieser Mann ist ca. 2 meter 50 groß und sieht nett aus. Leider gibt es kein gutes Bild vom Schlagzeuger, der ist nämlich der Bizarrozwilling von "Tatortreiniger" Schotty. 
Reni: Ich sag ja schon wieder Torti von Pott Riddim lol.
Götz: Intro war ein spanisches Liebeslied glaube ich.
Marc50: Erwartungsgemäß dauert es 5 bis 6 Songs, bis die Masku-Macker-Arschgeigen besoffen genug sind, um geschlossen die erste Reihe zu entern und allen anderen den Spaß zu verderben. Wir werden auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Reni: Zunächst konnte ich das noch wegen Verliebtheit in diese wundervoll zerbrechliche Heulstimme des Sängers ignorieren. Es war wirklich ganz toll. Dann lieber Pit verlassen an den Rand. Marc macht netterweise Schutzwall neben mir, als die Typen versuchen, eine Hardcore-Tanzshow mit Windmühle und Floor Punch abzuziehen. 
Götz: Vielleicht hatte ich eine andere (feuchte) Wahrnehmung, aber ich empfand vorne jetzt keine so große Crowdkill-Bedrohung. Ein paar Leute haben gehüpft und mitgesungen, aber sonst nichts Schlimmes. Große Ausnahme davon war der instabile, aber euphorische Vollidiot, der mir und ein paar anderen ohne Vorwarnung ins Gesicht springt. Zumindest wird der Stagedive-Versuch von der Band ermahnt.
Marc50: SPANISH LOVE SONGS machen genau was sie sollen, nämlich total geil sein. Gut eingespielt und gut gelaunt wird ein Hit nach dem anderen gepumpt und die besoffenen Asis, die ständig vor und auf der Bühne herumrobben, werden leicht genervt geduldet. Man ist höflich.
Reni: Das waren halt so Jugendliche. Überhaupt war das Publikum sehr jung, bestimmt alles Studenten, die halt am Montag keine andere Partymöglichkeit gefunden haben. Fand merkwürdig.
Götz: Spanish Love Songs spielen wunderschön. Jede Menge Hymnen zum leidenschaftlichen Mitheulen. Sound ist fett, wie bereits gesagt. So sehr, dass der Bass in der Rotunde mir fast die Kniescheiben wegwummert. Leider auf Kosten der Keyboarderin, die ich kaum raushöre.
Marc50: Es gibt nicht viele Bands, bei denen die Songs auch nur mit Gesang und einer Gitarre bestens funktionieren. Spanish Love Songs sind eine davon. Gänsehautgarantie.
Reni: War richtig, richtig nice. Und trotz ewig touren und krassen Konzerten am vorangegangenen Wochenende - zudem war der Sänger auch noch erkältet - haben sie eine supergute Show gemacht und waren total nett. Kann nur jedem empfehlen, sich diese liebe Heulband mal anzusehen! LG.
Götz: Respekt auch vor der "ehrlichen" Zugabe. Die letzten Solo-Gitarren-Stücke am Schluss (die Konservenmusik lief schon für ein paar Sekunden), werden wirklich erst dann vorgetragen, wenn alle Songs die der Rest der Band hätte spielen können, gespielt wurden.
Marc50: Nach dem Konzert gehen wir (leider ohne Reni) noch auf zehn Bier in den Intershop rein und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Fazit des Abends: Rotunde okaye Location, Spanish Love Songs einfach Klasse und die gefüllten Pizzabrötchen von Pizzamanns sind der heilige Gral der Bochumer Fressszene.
Götz: Guter Montag. Pizzamänner, die wochentags nach Mitternacht noch auf haben, sind sowieso die Helden des (Konzert-)Alltags. Ich glaube ich habe noch etwas Fiége im Blut als ich morgens lese, dass Spanish Love Songs schon direkt für die nächste Support-Tour gebucht wurden. Dann bis Februar mit den Menzingers.


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Location:
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Konrad-Adenauer-Platz 3
44787 Bochum
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