Schlossberg Festival: Die Dorks, Svetlanas, Abbruch, Mofakette, SMK, Skaboom, Verweigerte Feuerwehrabgabe, Dorfterror, Tante Inge, Die Versagerz, 18.09.2021 in Unterkirnach, Freilichtbühne - Bericht von Horace
Schlossberg Festival, 18.09.2021 in Unterkirnach
Ihr fragt Euch wo Unterkirnach ist? Wir auch! War dann aber nicht schwer zu finden. Ruhig und idyllisch gelegen, Wahlplakate ausschließlich von CDU und den Schwurbeldeppen von der Basis - also sehr typisch Baden-Württemberg, würde ich sagen. Fotos von Kathrin, Twiggy & Horace
Der werte Verfasser war ausnahmsweise zu früh. Zur Erfüllung des Bildungsauftrags erstmal ein Bild vom Neukauf Unterkirnach. Für den Weg von unserer Unterkunft zum Schlossberg war noch Wegbier zu besorgen. Wetter war zum Glück ziemlich gut und auf dem Festivalparkplatz hatten die ersten Gäste auch schon offensichtlich Spaß. Vielversprechende Vorzeichen
Nachdem die restliche Reisegruppe eingetroffen war, ging's direkt zur Freilichtbüne. Auf einem Hügel mitten im Ort gelegen, in einer Ruine mit bisschen grün drumrum - hat gleich einen guten Eindruck gemacht. Großes Lob auch an die Orga: Einlass mit 3G-Kontrolle verlief absolut problemlos. Da die Zuschauerzahl reduziert wurde, konnte man sich auf dem gesamten Gelände ohne Maske bewegen. Es war echt ein "normales" Festival.
So, mit dem Foto haben wir auch das gesamte Gelände neben der Bühne gesehen: Ein Klowagen, ein Fressstand und ein Bierstand. Schön übersichtlich und sehr gemütlich. Publikum auch gemischt: Von den örtlichen Jung-Punks bis Einheimischen gehobenen Alters war alles geboten. Stimmung außerordentlich angenehm, hatten wohl alle richtig Bock
Da die Freilichtbühne so Amphitheatermäßig aufgebaut ist, kommen heute auch unsere kleinen Gäste in den Genuss, die Bands auch zu SEHEN (Hallo Kathrin)
Wir erleben noch den letzten Song "Ich hab das Saufen vermisst" von SKABOOM. DIE VERSAGERZ haben wir leider auf Grund der Anreisezeit komplett verpasst und können dazu auch nix sagen.
Die Reisegruppe war geteilter Meinung darüber, ob es jetzt schlimm war, dass wir die wohl einzige Skaband verpasst haben.
Einigkeit herrschte allerdings beim Liedtext und so wurde erstmal die Grundschule ordentlich unterstützt *hicks*
Wir erleben noch den letzten Song "Ich hab das Saufen vermisst" von SKABOOM. DIE VERSAGERZ haben wir leider auf Grund der Anreisezeit komplett verpasst und können dazu auch nix sagen.
Die Reisegruppe war geteilter Meinung darüber, ob es jetzt schlimm war, dass wir die wohl einzige Skaband verpasst haben.
Einigkeit herrschte allerdings beim Liedtext und so wurde erstmal die Grundschule ordentlich unterstützt *hicks*
Nach ner Viertelstunde schon die nächste Band. Wir sind gerade noch dabei, eine "gesunde" Basis aus Cheeseburgern und Pommes zu schaffen, als schon TANTE INGE hören. Von weitem klang es wie Die Ärzte, die Punk spielen.
Entweder klingen die aus der Entfernung besser oder es lag halt an den späteren Songs - so richtig vom Hocker haut das nicht. Hat aber gereicht, um unsere faulen Ärsche von der Bierband zu bewegen. Gegen später kommt noch der Sohnemann (?) auf die Bühne und unterstützt an der Gitarre. Alles ziemlich Fun-Punkig, aber schon irgendwie ok.
Oh Schreck, Oh Graus! Zur besten Mittagessenzeit steht eine große fettige Wolke über der einzigen Fressalienbude. Der Gedanke, uns für den restlichen Tag nur noch von Bier ernähren zu können, versetzt die einen in Angst und den Rest in Vorfreude.
Zum Glück nicht großartig was passiert und in nullkommanix wird die Küche nach draußen auf ein paar Bierbänke ausgelagert. Orga reagiert hier top und die Verköstigung ist weiterhin gesichert.
Derweil fangen DORFTERROR schon mal an. Deutschpunkrock mit anfangs fies verstimmter Gitarre. Das ist übrigens selbst mitgebrachter Rauch und kein Überbleibsel vom Fettbrand auf dem Gelände. Allgemein sind die Pausen zwischen den Bands ultrakurz. Das gibt viel Bands für Geld (10 Bands in ca. 10h für nen guten Zehner Eintritt) aber artet ja fast schon in Stress aus.
Das Schild fand ich ja ein bisschen Peinlo, da die Show insgesamt ja dann doch recht brav war. Da hat keiner auf die Bühne gekotzt, geschweige denn in den Pit geschissen.
Das Gepose war auch ein bisschen albern. Um den anscheinenden Hit mit dem Dackel herum wars aber durchaus ok und die Stimmung vor der Bühne auch recht lebhaft. Zum Schluss gabs noch Pascows "Kriegerin" - fand ich eher so mittel.
Das Gepose war auch ein bisschen albern. Um den anscheinenden Hit mit dem Dackel herum wars aber durchaus ok und die Stimmung vor der Bühne auch recht lebhaft. Zum Schluss gabs noch Pascows "Kriegerin" - fand ich eher so mittel.
Bei der Reihenfolge bin ich mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube nun kamen VERWEIGERTE FEUERWEHRABGABE. Der Name klang eigentlich interessant und nun die Story, warum es kein Bild dazu gibt: Wir fanden's ziemlich furchtbar und sahen Männer mittleren Alters, die Teenager-Texte und leichten Punkrock mit Pop-Einschlag auf uns loslassen. Hatte das Gefühl, dass ich hier den Witz nicht verstehe. Die Auflösung: Es handelt sich um eine ehemalige Schüler(?)band, die sich nach 15 Jahren extra fürs Festival reformiert hat und lokal wohl echt ne Nummer ist. Musikalisch nix für mich, aber nette Aktion.
Einmal kurz umgedreht - zack steht schon die nächste Band auf der Bühne. SMK (Selbstmordkommando) aus Stuttgart legen gleich gut los und gefallen uns auf Anhieb richtig gut. Waren bei uns in der Gruppe unbekannt und wandern gleich mal auf den Merkzettel.
Geboten wird klassischer Punkrock mit Texten gegen Politiker, Bullen und Co. Nix wirklich Originelles aber dafür passt alles - eingängig, druckvoll und zackig gespielt. Gefällt auch dem Jungvolk vor der Bühne.
Wenn ich mich freiwillig so nah zum Knipsen nach vorne bewege, muss das schon was heißen. SMK unser bisheriges Highlight.
Wenn ich mich freiwillig so nah zum Knipsen nach vorne bewege, muss das schon was heißen. SMK unser bisheriges Highlight.
Irgendwann wurde der Sänger gegen den jungen Herrn mit der grünen Brille getauscht. Ab da wurde es auch noch ein Zacken härter. Geendet hat man stilecht mit B.G.S. Vielleicht kann einer in den Kommentaren aufklären, wie es zu diesem Wechsel kam. Die wollten auch gar nicht mehr aufhören, aber herrje - die Zeit drängt halt.
MOFAKETTE, ebenfalls aus Stuttgart, sind als nächstes dran. Die hab ich ehrlich gesagt bisher immer eher an der Theke oder sogar noch draußen vor dem Club gehört. Haben mal recht skapunkig angefangen und waren bei mir so als "lustige" Stuttgarter Punkband gespeichert.
Wurde aber echt eines Besseren belehrt, denn MOFAKETTE waren einstimmig das Festival-Highlight der Reisegruppe. Das liegt nicht zuletzt am sehr guten letzten Album "Et voilà, la realité" und an der Riesenladung Bock, die das Trio offensichtlich hat. Punkrock'n'Roll der unglaublich Spaß macht und sich von Song zu Song steigert.
Spaß hatte auch der Kollege im Rolli, der unermüdlich rumgetragen wurde.
Spaß hatte auch der Kollege im Rolli, der unermüdlich rumgetragen wurde.
Dieser vertrauenswürdige Herr freute sich so sehr, dass er glatt spontan ne Kopfmassage springen lassen musste. Takt wurde weitestgehend gehalten - Respekt
Bei ABBRUCH machen sich leider erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar (also bei mir). Bei der Taktung an Bands fehlt halt die gemütliche Laberstunde vor der Fressbude, um mal alles bisschen sacken zu lassen.
Klassischer, aber unpeinlicher Deutschpunk und grundsympathischer Auftritt. Ein extra-plus gibts für die Mutti am Keyboard.
Bei den SVETLANAS isses schon dunkel und auch ganz schön frisch hier im Schwarzwald. Die Lautstärke alleine bläst einem aber schon den Frost aus den Knochen.
Das ballert aber relativ an uns vorbei. Die Show von Frontfrau Olga ist nach wie vor ein Hingucker und etwas weniger aufgesetzt als früher,. Es gibt aber wenig Interaktion mit dem Publikum und wirkt alles etwas routiniert. Musikalisch eh nicht so ganz meine Tasse Tee.
Nach kurzem Soundcheck steht mit den DORKS die letzte Band des Tages auf der Bühne. Hab die eigentlich immer gut drauf erlebt - den Eindruck machen sie auch hier. Gibt erstmal ein Dankeschön an die (sehr gute) Orga des Festivals und los geht's.
Das aktuelle Album ist ja sehr metallastig, was nicht jedem so gefällt. Aber dank der tollen Setlist kommt echt jeder auf seine Kosten. Im Laufe der Jahre hat sich echt sich so einiges an Hits angesammelt. Sehr guter Auftritt zum Abschluss des Festivals.