Anti Anti Anti, Riotforce, 03.02.2024 in Düsseldorf, AK47 - Bericht von Matt Greasejar
Anti Anti Anti, 03.02.2024 in Düsseldorf
Dieses Foto war sehr weit oben in der Liste, könnte also noch vom Startpunkt des Abends sein. Eigentlich auch egal, welches Klo es war, Hauptsache die Alpakas sind auf der richtigen Seite.
Im AK startet der Abend mit Riotforce. Kommen aus Neuss, sind erst seit 2022 am Start und spielen Thrash der ganz alten Schule.
Dass sie nur zu dritt sind, tut dem Sound kaum Abbruch. Mit Bass wäre es wahrscheinlich noch ein bisschen fetter, aber... die drei sehen zu ihrem Old School Sound auch noch dermaßen 1A nach Thrash Altenessen aus, dass ein zusätzliches Mitglied da auch genau in die Kerbe schlagen müsste, sonst würde es im Live-Eindruck mehr kaputt machen als verbessern.
Neben Kreator und Sodom mögen sie auch Judas Priest, aber das tut außer schlechten Menschen ja eh jeder. Gecovert wird Hell Bent For Leather. Ja gut, 1878 gab's halt noch keine veganen Ersatzprodukte.
Tonträger gibt's noch nicht, und vielleicht waren sie da auch noch nicht reif für; die drei Demo-Tracks sind schon noch sehr roh. Live war das alles deutlich runder, und wenn sie in DER Form was aufnehmen, könnte das auch auf Band oder Scheibe interessant sein. Und live sowieso gerne wieder!
Als nächstes: Anti Anti Anti aus Kölle. Ebenfalls in Thrash-Gefilden unterwegs, aber eher die Skate-affine Ami-Schiene mit Berührungspunkten zu HC/Crossover. Hätten also bei freundlicheren Temperaturen wahrscheinlich alle kurze Hosen an. Die Jungs sind seit 2018 unterwegs und haben neben einer selbstproduzierten CD-Album neuerdings auch eine 7" draußen.
Am Schlagzeug sitzt übrigens das unter BS-Lesern wohl prominenteste Mitglied: Alex Gräbeldinger (Trömmelsche bei Knigge + Krust und Karate Disco, außerdem Ox-Kolumnist und umtriebiger Underground-Literat. In letzterer Funktion sah ich ihn während der Corona-Pandemie mal bei einer Lesung mit Falk Fatal im Druckluft/OB, die so traurig besucht war, dass er sich noch 2024 an jeden einzelnen Gast erinnern konnte - also auch mich. Ja gut, heute is' auf jeden Fall schon mal voller.
Außerdem erzählt er noch, dass er in seiner Jugend, wahrscheinlich als einziger Provinz-Punker, nie eine Metal-Phase hatte und der Einstieg bei Anti Anti Anti seine erste Berührung mit diesem Sound war. Dafür hämmert er ihn am späteren Abend aber echt respektabel in den Raum. Auch der Rest der Kapelle ist gut dabei.
Die Stimmung im gut gefüllten AK ist dann auch entsprechend: Pogo, Pogo, Pogo! Alles in Bewegung, Bierfontänen, Chaos - so muss Metal! Oder Punk, oder wat auch immer. Diese räudige Show - von beiden Bands - hat in diesen räudigen Laden gepasst wie Arsch auf Eimer, und so lange es sowas noch einigermaßen regelmäßig gibt, ist der erweiterte Ruhrpott kulturell noch nicht völlig am Ende.