Als ich gerade den Bandnamen aufgeschrieben habe, hat mein Unterbewusstsein da doch tatsächlich "Trendmark" hingezaubert - autsch! Telemark heißt doch die Band, kommt aus Duisburg (da wo auch die Toten Hosen herkommen, genau) und machen diesen deutschsprachigen Post-Punk, den auch
Trend fabrizieren, in bester Tradition der vielen Jens-Rachut-Bands.
Telemark haben ein gutes Händchen dafür, kleine Sätzchen hervorzuheben, die man spätestens beim zweiten Hören (wenn man so weit kommt) mitbrüllen will. "Malen nach Zahlen - wo ist die zwei?" (Lied 2) oder "Ich habe keine Lust" (Lied 6) sind solche Beispiele, die man einfach nicht los wird. Und erst dann beginnt man, sich überhaupt mit dem Lied auseinanderzusetzen. Texte, die genauso Kunst sind wie die Musik selbst. Glücklicherweise aber nicht zu "phraslich" (höhö) - Hauptsache dagegen, gegen den Einheitsbrei unserer Gesellschaft. Ob es um Partys geht, um Musik, um Konsum - da wird weit ausgeholt, zumindest textlich. Anstatt mal ordentlich mit dem Hammer draufzuhauen, schwingt die Angepisstheit eher im Subtext mit, was die Platte für den Zuhörer etwas sperrig macht.
Wer Trend mag, macht hier nichts falsch. Wer, wie ich, da nie so den Zugang gefunden hat, der wird dies bei "Informat" auch nicht tun. Klares Unentschieden also.