Glück Umsonst. Das ist eine Lüge. Dieses Album macht nicht glücklich. Es macht auch nicht sonderlich unglücklich. Es ist ganz okay. Es erschien auf Subwix, einem Label, das es nicht mehr gibt. Ich erwähne das, weil das letzte Subwix-Album, das ich rezensiert habe, auch schon nach Supernichts und/oder Chefdenker mit gelangweiltem Sänger klang. Meine Güte, muss das denn sein? Kann man sich denn im Studio nicht wenigstens mal ein bisschen besaufen? Oder so?
Glück Umsonst sind aber schon sehr viel besser als
Die Halbzeit. Muss man sagen. Zwischendurch singt mal jemand anderes, z.B. bei "Ich kann heut' nicht, denn ich hab Spätschicht", das finde ich ziemlich gut. Da ist auch die Musik mal etwas anders. Auch der Text berührt mich. Als ich noch Spätschichten gemacht habe, konnte ich auch manchmal nicht. Das war aber nicht schlimm, eigentlich, denn ich bin ein Fan von dem Gefühl, das man kriegt, wenn man zu ungewöhnlichen Zeiten Geld verdient. Keine Ahnung, warum. Umgekehrt ist es unangenehm, wenn die Leute von einem denken, man wäre arbeitslos, nur weil man vormittags auf dem Balkon chillt. Total bescheuert, eigentlich.
Das Lied danach handelt von Angst vor Tauben. Da passt der langweilige Gesang ganz gut, weil es ein ruhigeres Lied ist. Generell regt mich das aber echt auf. Was soll das? Die Band ist doch sonst ganz gut.
Ich sitze übrigens, was das angeht, ein bisschen im Glashaus. Wahrscheinlich rege ich mich deshalb so auf. Egal. Die Reggae-Lieder hätten sich Glück Umsonst echt mal sparen können. Wobei, das sorgt für Abwechslung, ist schon okay. Zieht euch das also ruhig mal rein, passt schon. Sobald die Tracknummernzahl zweistellig wird, wird der Gesang sogar mal ein bisschen lebendiger, die Texte sind auch ganz cool, es geht z.B. um die Cranberries oder Olivenöl. Guter Alltagsdeutschpunk. Kann man machen.