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G. Recke:
Katertag
G. Recke! Den Namen mag ich schon mal irgendwo gelesen, aber ebenso schnell wieder verdrängt haben, das bisherige Werk dieses Autoren ist mir jedenfalls gänzlich unbekannt (oh, nicht so ganz gänzlich, die Story von den randalierenden Rentnern kannte ich tatsächlich schon). Der Autor ist wohl schon ne ganze Weile (15 Jahre) mit seinen Geschichten unterwegs, hat auch schon hier und da was rausgebracht, genug jedenfalls, um diesen 224-Seiten-Schmöker mit einer Auswahl seiner Storys und Gedichte zu füllen. Davon laut Promotext ungefähr die Hälfte neu und die Hälfte "überarbeitete Klassiker".

Nunja, zum Inhalt. Vieles kommt hier aus der Ich-Perspektive, macht aber oft einen kleinen Bogen um die Wahrheit, so dass der Leser immer wieder mit leichter Skepsis zurück gelassen wird ("Hat er Gunther Gabriel nun wirklich getroffen?"), aber das bringt eigentlich eher etwas Spannung in die Angelegenheit.
Die Geschichten sind nett geschrieben. Sie heischen nicht um absolute Aufmerksamkeit, lassen manchmal einfach nur kurze, abrupt unterbrochene Nachtgedanken auf die Seele tropfen. Aber sie geben sich auch in zurückhaltendem Tonfall, wenn beispielsweise mal eben beiläufig jemand ermordet wird - was der Autor ähnlich trocken umschreibt, als ginge es um ein Rezept für Fertigpizza.
Überhaupt, an schnelle Fertiggerichte musste ich bei der Lektüre doch das eine oder andere Mal denken. Vielleicht, weil die Themenvielfalt eine ähnlich dürftige Auswahl präsentiert wie die Kühltheke im Netto.
Beliebtes Thema Nummer 1: Abgehalfterte B-Promis zufällig in ner Kneipe oder sonstwo treffen.
Beliebtes Thema Nummer 2: Der Versuch, einen Affekt-Mord zu vertuschen.
Beliebtes Thema Nummer 3: Hauspflanzen und ihre Eigenarten.
Beliebtes Thema Nummer 4: Konflikte mit Eltern, Nachbarn und der Frau.

Natürlich lassen sich nicht alle Storys in dieses Raster pressen, das wäre auch echt schade, aber irgendwie hat man beim Lesen doch immer wieder diese "hat er darüber nicht schon geschrieben?"-Momente. Für ein Buch, das vorgibt, so etwas wie ein Best Of zu sein, ist das etwas schade.

Achja, es gibt ja nicht nur Geschichten, sondern auch Gedichte. Die sagen mir aber einfach alle nicht zu, weswegen ich mir die Meinung dazu spare. Ebenso spare ich mir die Bemerkung, dass der Lektor wohl besoffen war - die "kleinen Patzer" sollen in der nächsten Auflage wohl korrigiert werden. Irgendwie macht es das aber sympathisch.

Würde ich dieses Buch nun weiter empfehlen? Hm, wer auf harmlose Kurzgeschichten steht, nicht vor offenen Enden zurück schreckt und sich über gelegentliche Punk-Bezüge freut, darf hier bedenkenlos zugreifen. Ich selbst fand's ganz nett für kurze Bahnfahrten. Aber ein Klassiker der Punk-Literatur wird das nicht.
06/2015
G. Recke
Musikstil: Kurzgeschichten, Gedichte
Herkunft: Düsseldorf
Homepage: facebook.com/pages/TaschenRecke/778529025523026
G. Recke - Katertag

Stil: Kurzgeschichten
VÖ: 03/2015, Buch, Impact Books


Tracklist:
Immer noch besser als Kunst (10 Geschichten)
Ute & Bernd (4 Kapitel)
Rache und Gänsehaut (5 Geschichten)
Holzwege der Seele (17 Gedichte)
Immer noch besser als Kunst Teil 2 (8 Geschichten)
Das sind Rock Geschichten (7 Geschichten)
Zugabe (5 Geschichten)



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