RilbfhpA, kennen wir doch, das war mal so ein Fanzine in den 90ern, von dem Maks mir immer mal versprochen hat, mal ne Ausgabe mitzubringen. Offensichtlich war es ihm aber doch zu anstrengend, auf dem Dachboden nach alten Ausgaben zu suchen, weswegen er einfach ein neues Fanzine rausbringt. Hier vorliegend in der zweiten Ausgabe (oder dritten, zählt man die "Nullnummer" mit).
Wer Maks bzw Rilrec oder Rilbfhpa kennt, der weiß was ihn erwartet, nämlich Konzert- und Alltagsgedanken im Tagebuchformat. Wer Rilbfhpa nicht kennt, dürfte es eh etwas schwieriger haben, mit dem Schreibstil, dem fragwürdigen Humor und den ausufernden Gedankensprüngen klar zu kommen, mal abgesehen von einigen Insidern, die sich immer mal ins Geschehen schleichen. Aber das geht den Lesern der Bierschinken-Seite vermutlich ähnlich, deswegen will ich mich da nicht weit aus dem Fenster lehnen.
Apropos Bierschinken: Enthalten ist auch ein Interview mit mir, praktischerweise das gleiche das sich auch im
hier besprochenen Plastic Bomb findet, so komme ich nicht in Versuchung, mir das überhaupt durchzulesen. Wobei der Starschnitt, glaube ich, ein anderer ist.
Die anderen Stories im "Heftchen" (A5, 140 Seiten dick) habe ich mir auch nicht durchgelesen. Eigentlich habe ich nur ein wenig geblättert und fand ein paar Fotos ganz nett. Die Artikel selbst gibt es ja schließlich auch alle online, wo ich sie mir meistens schon kurz nach Erscheinen durchgelesen habe, weswegen ich, da ich nicht zum Redundanzlesen neige, mal darauf verzichte, mir die im Printformat nochmal zu geben.
Ja richtig, ich gehöre tatsächlich zum erlesenen Kreise derer, die regelmäßig bei Rilrec die "Konzert"-Ticker lesen und sich immer wieder beömmeln können über Maks' Schreibstil, seinen Kampf mit den Widrigkeiten des Daseins, seine zweifelsohne immer mal durchscheinenden Selbstironie und natürlich seinen musikalischen Sachverstand, der sich meist irgendwo zwischen den Zeilen findet.
Ein immer wieder unterhaltsamer Spaß! Der allerdings, sag ich mal so, seinen Charme auch dadurch gewinnt, dass man quasi post-live und nur wenige Stunden bis Tage nach Erleben der Maks'schen Gedankenwelt folgen kann. Im Printformat geht das natürlich nur bedingt. Oder vielleicht geht's ja doch, wer weiß? Wir werden es herausfinden. Zukünftig will Maks das Internet nämlich nicht weiter mit seinen Schreibergüssen an die Kapazitätsgrenzen bringen, sondern sein Tagebuch einfach ausschließlich auf Papier rausbringen. Heißt also 3 Monate warten, bis wir erfahren, was Maks so gefühlt und gedacht hat, als er mir am Rande eines Konzertes im Wageni diesen Schmöker in die Hand drückte. Spannend!
Fazit: Auch ohne es gelesen zu haben, finde ich das Teil super und empfehle es einfach jedem. Insbesondere, wenn dieser "jeder" Punk mag, gerne auf Konzerte fährt und irgendwo im Ruhrgebiet wohnt. Dann nämlich dürfte man seine helle Freude mit den vorliegenden Geschichten haben! Alle anderen werden natürlich in Abstufungen auch unterhalten. Aber das müssen sie dann selbst rausfinden. Das dicke Heftchen gibts für ein paar Euro oder ein paar Bier bei diesem Typen, der Punk mag, gerne auf Konzerte fährt und irgendwo im Ruhrgebiet wohnt. Oi!