Die Strafe:
Krunk
DIE STRAFE hat mich schon 1997 bestraft, haha, also, ein Freund hat mir damals die Platte "Henry mit dem Spaten" ausgeliehen, zusammen mit "Köpfer" von Rantanplan, und diese beiden Platten, so kann man es sagen, haben meine Liebe zum Punk der nachdenklichen, melancholischen, emotionalen usw. Art geprägt. Erst danach kamen die Kollegen Rachut und Co. um die Ecke! Jetzt kann ich's ja sagen.
Zwölf Jahre danach kam "Schwarz", und die fand ich auch ganz gut. Nun, weitere acht Jahre später, folgt "Krunk", und auf dieser Platte handelt gefühlt jedes zweite Lied vom Älterwerden und Sterben und Hilfe-bald-ist's-vorbei, da fragt man sich natürlich, warum man so lange Pausen zwischen den Platten macht! Zumal sich stilistisch und qualitativ eigentlich wenig geändert hat, immer noch rumpelt das Schlagzeug herrlich dilettantisch vor sich hin, die Gitarre schrammelt Moll-Akkorde, und die drei Irren (live auch gerne mal in Zwangsjacken, das war sehr schön damals im Druckluft) singen in sonorer Gruftie-Tonlage darüber, dass es eine große Freude ist. Ein bisschen, nun ja, witziger sind sie geworden, dafür ein bisschen weniger schräg (sowas wie der Titeltrack von "Henry" fehlt leider) und auch ein bisschen weniger wehmütig. Auch frage ich mich, warum man das beste Lied der Platte, "Himmel hilft nicht", einen formvollendeten Wave-Punk-Kracher mit gigantischem Hit-Potential, mit einem so banalen Text versehen muss, dass es mir persönlich dann doch wieder weniger Spaß macht, es anzuhören - einem Text nämlich darüber, dass es Gott nicht gäbe und man sich halt selber helfen muss beim Glücklichwerden. Andererseits, zugegeben, trägt das zum Retro-Charme des Ganzen bei, denn sowas findet jeder rebellische 16Jährige natürlich total genial.
Also: gute Platte! Aber wer Die Strafe noch nicht kennt, sollte sich lieber "Henry mit dem Spaten" gönnen.