NH3:
Hate And Hope
NH3, da war doch was… wofür steht das nochmal? Für alle, die im Chemieunterricht nicht aufgepasst haben, sagt Google, das sei die Abkürzung von Ammoniak. Könnte stimmen…
NH3 kommen aus Italien, und somit stellt sich eigentlich nur eine Frage: Welche Art von Ska spielen sie? Aus diesem Teil der Welt kommen aktuell einfach viele gute Bands, die alle Bezüge zum SkaPunk aufweisen (Talco, Los Fastidios, RedSka…). NH3 bieten SkaCore, der treibend, abwechslungsreich und tanzbar ist. Dieser SkaCore ist weit entfernt vom „klassischen“ verspielteren Ska und geht grob in die Richtung der bayrischen Combo „The Prosecution“ mit ihrem aktuellen Album „Words With Destiny“. Da wundert es auch nicht, dass Simon, Sänger von selbiger Band, bei „No Borders“ zu Gast ist.
Trotz teilweiser englischer Songtitel sind die meisten Texte in Italienisch verfasst. Bei „No Borders“, das mit “No one! No one! No one is illegal!” beginnt, sollte der Inhalt dennoch leicht zu verstehen sein. Ähnliches gilt für den Song „SSCS“, eine Liebeserklärung an „Sea Shepherd“, mit denen die Band auch zusammenarbeitet. Das für eine antifaschistische, italienische Band obligatorische „Bella Ciao“ ist auf diesem vierten Album ebenso zu finden. Auch sonst lassen NH3 nichts anbrennen und singen über Massenmedien („L’odio“) oder wie man persönliche Schicksalsschläge in etwas Positives umwandeln kann („Qualcosa de Miglo“). Die bei manchen Bands störenden „Oh-Oh“-Chöre nerven hier nicht, sondern verleiten meist zum fröhlichen Mitsingen. Schließlich ist das Artwork wirklich gelungen und detailverliebt! Das Album ist auf CD zwar schon im April 2016 erschienen, soll aber bald auch auf Vinyl erhältlich sein.
Anspieltipps: No Borders, SSCS, Qualcosa Di Meglio, Old School Attitude