The Bombpops:
Fear Of Missing Out
Fear of Missing Out schimpft sich der neueste Output der BOMBPOPS, die nun auch im Fat-Wreck-Roster zu finden sind. Damit ist die Angst etwas zu verpassen gemeint, die gerade in der heutigen Welt der Social-Medias zunehmend grassiert. Mit der selben Angst hatte auch ich zu kämpfen. Eigentlich schon länger aus der Liste der zu besprechenden Titel gelöscht, kam mir der Gedanke, mir mit den BOMBPOPS vielleicht den neuesten, heißesten Scheiss in Sachen Pop-Punk entgehen zu lassen und meldete mich somit doch noch schnell für eine Rezi.
Bereits 2007 von Poli van Dam (git./voc.) und Jen Razavi (git./voc.) gegründet, hat es, nachdem zwei EP´s auf Red Scare Industries erschienen sind, eine kleine Ewigkeit gedauert bis die Band ihr erstes richtiges Album aufgenommen und rausgebracht hatte. Grund dafür waren zahlreiche Line-Up-Wechsel, es wurden drei Drummer und sechs Bassisten verschlissen, der plötzliche Tod von NO USE FOR A NAME Sänger Tony Sly, der Interesse daran hatte, mit der Band zu arbeiten und die Schwangerschaft von Sängerin Poli van Dam, die eine längere Auszeit zur Folge hatte.
Nun sind sie zurück und haben zwölf Melodic-Punk-Songs im Gepäck, die mal zuckersüß und extrem poppig wie "CA in July" & "Sweet for Sorrow", aber auch mal kurz und hart wie "I can´t" ausfallen können. Hervorzuheben ist noch "Jerk", der eher grungelastig ist und sich somit leicht von den anderen Songs unterscheidet.
Sehr 90er lastig und mit einem glasklaren Gesang, die DANCEHALL CRASHERS, HORRORPOPS und auch neuere Bands wie BAD COP//BAD COPS lassen grüßen. Bei "Marry. Fuck. Kill" und "Sweet for Sorrow" hört man sowohl am Gesang, als auch an der Vertonung den Einfluss von Skatepunk-Helden wie BAD RELIGION und PENNYWISE. Der Song "Be Sweet" ist dem verstorbenen TEENAGE-BOTTLEROCKET-Schlagzeuger gewidmet, der die Lyrics bei einer Party in einem Hotelzimmer, zusammen mit den BOMBPOPS, geschrieben hat.
Fazit: Die BOMBPOPS fügen sich perfekt in das bisherige Programm von Fat Wreck ein und treiben die Frauenquote erfreulicherweise nochmal etwas nach oben. Meine "Fear of Missing out" war im Fall der BOMBPOPS übertrieben, dafür wird doch zu viel Bekanntes geboten. Doch ein Ohr sollten Fans von oben genanntem Sound und Kapellen, ruhig mal riskieren. Denn auch wenn hier das Rad nicht neu erfunden wird, ist das Gebotene auf hohem Niveau und weiß eigentlich durchweg zu unterhalten.