Briqueville:
II
Also gut, los geht's. Zu viele Scheiben liegen schon zu lange in der Review-Kiste von Bierschinken, daher habe ich mir mal taktisch klug diejenige gekrallt, die am wenigsten Tracks hat (3). Ich habe noch circa 15 Minuten Zeit, dann treffe ich mich mit einem weiteren Bierschinken-Redakteur zur konspirativen Sitzung in einem indischen Lokal, in welchem wir planen, wie wir Fö, den Bierschinken-Imperator, stürzen werden und seine Macht an uns reißen.
Neeiiiiiiin! Als ich die drei Tracks in meinen Windows-Media-Player füge, bemerke ich, dass keiner der drei Tracks unter 10 Minuten dauert! Das schaffe ich nicht mehr! Ich hätte gedacht, das sind drei ganz normale Lieder. So drei Minuten. Track 1 klingt bis zur ersten Minute so, als ob die Platte bzw. CD hängen bleiben würde, da exakt ein stoisches Riff penetrant wiederholt wird. Meine Damen und Herren: Wir haben es hier mit Noise-Rock, bzw. atmosphärischem Rock oder so etwas zu tun. Nervös schaue ich auf die Zeitanzeige. 3:51 Minuten, es singt noch immer niemand. Ich finds trotzdem ganz geil. Infernalischer Lärm mutiert zu melodiösem Gitarrengewichse. Ich schalte mal zu Track 2. Der ist 11:15 Minuten lang und beginnt mit einem Geräusch, das so klingt, wie die Melodie von "Spiel mir das Lied vom Tod". Bei exakt 1:37 setzt ein Beat ein. Beim durch den Song scrollen bemerke ich, dass es viele Tempo- und Klangfarbenwechsel gibt. Singen tut immer noch keiner. Avantgarde. Live gönne ich mir so eine Musik tatsächlich sehr gerne. Und, Überraschung, bei exakt 8:29 kommt so etwas wie Gesang. Irgendein mystisch anmutender Mönchschor murmelt etwas. Klingt so wie "You Are The Man", hat aber bestimmt etwas mit Babykatzen-Abschlachten zu tun.
Ich spule weiter. Track 3, 19:30 Minuten lang, beginnt mit Stille. Beat setzt dieses Mal bei 2:31 Minuten ein. In der Mitte des Liedes brüllt tatsächlich jemand was. Ich verstehe kein Wort.
Fazit: Unbedingt kaufen. Was für eine geile Scheibe! Ich muss jetzt gehen.