Oktober 2018. Schuldenberg und Fö auf Fahrt nach Berlin. Als echte Businesspeople immer die Arbeit im Nacken, haben wir uns einfach nen Stapel zu besprechender Platten aus der Rezi-Kiste geschnappt und verbringen die Autobahnfahrt mit einem kleinen Review-Marathon auf 150 km/h. Lest in unserer Reihe, bei welchen Platten man die schönsten Auffahrunfälle erleben kann, welche den Stau erträglich machen und welche man besser aus dem Fenster segeln lässt.
"Recover" ist das Erstlingswerk von Beginnings, einem internationalen Projekt von Leuten aus Niedersachsen und Finnland, die sich in Berlin (wo sonst) gefunden haben.
Laut Packungsbeilage ist das Album unter dem Eindruck von Hüsker Dü, The Replacements und Jawbreaker entstanden. Für uns klingt das Ganze eher nach skandinavischen Donots mit nem Touch Mano Diao und der letzten Flatliners-Platte. Es wird gefälliger Laid-Back-Punkrock geliefert, der gar nicht zu viel Gas geben möchte.
Die Songs an sich sind auch ganz gut, leider ist das Arrangement häufig zu zerfasert. Statt gemeinsam den Song nach vorne zu schieben, muss jeder Musiker noch überall irgendeine Melodie drüber dudeln. Hier und da mal routinierte Leadgitarre oder eine unaufgeregt treibende Rhythmusgruppe hätten da gut getan, dann kämen auch der gute Gesang oder die eine oder andere Gitarrenmelodie besser zum Vorschein.
Apropos Gesang: Gerne mehr von Ville Rönkkö, der hat einfach den höheren Wiedererkennungswert. Fans seiner alten Bands Wasted oder I Walk The Line werden auch an dieser Platte ihre Spaß haben, an der außerdem noch Leute von Resolutions und Metro Chucks mitwirken. Insgesamt durchaus weiter zu empfehlen, und all das Gejammere da oben ist, wie das Phrasenschwein sagt, auf hohem Niveau.