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Zwakkelmann:
Liebhaberei

Zwakkelmann wuchtet - ich hoffe, ich zähle richtig - sein mittlerweile 9. Album raus. Spätestens seit dem vorletzten Album "Entschuldigung" konnte der geneigte Hörer durchaus eine Entwicklung im Songwriting und in der Produktion vernehmen. Die Entwicklung führt Schlaffke mit seiner Band auch auf "Liebhaberei" weiter. Die Songs sind sauber produziert und instrumentiert. Textlich bleibt so ziemlich alles beim Alten. Es geht um Alltagsthemen (Männergrippe, In Quarantäne, Misophonie), Sozialkritik (Wann kommt die Menschheit endlich mal zur Vernunft?, Quokka sein), Musik (Halleluja Punk), Optimismus (Gutes Gefühl, Dankbar) und Liebe (Du und ich gegen den Rest der Welt, Wunderschön, Jane Birkin). Immer wieder werden musikalische Zitate eingebaut ("Should I Stay Or Should I Go" im instrumentalen Opener, "Blitzkrieg Bop" in "Halleluja Punk" oder auch ein Rückbezug auf einen älteren eigenen Song in "Lonesome Cowboy Nummer eins"), das Tempo schwankt von langsam/poppig/balladesk über Midtempo bis hin zur etwas schnelleren Gangart, immer dominiert von Schlaffkes eher melodiösen/schlagerhaften Stimme.

Also, zusammenfassend tatsächlich wenig Neues auf "Liebhaberei". Das ist nichts Schlechtes - wer Zwakkelmann bisher gut fand, wird das mit dem 9. Album auch tun - viele neue Fans wird die Band im Umkehrschluss jedoch auch nicht finden, die Trademarks überwiegen. Kleinere neue Farbtupfer findet man aber durchaus beim genaueren Hinhören. So hat "Misophonie" als auch "Innovativ" tatsächlich einen leichten Metal-Einfluss, was die Instrumentalgestaltung angeht. Auch auffällig ist, dass die Lieder im Schnitt etwas länger sind: Zehn von 16 Songs überschreiten die 3-Minuten-Marke. In diesem Kontext ist mein absoluter Lieblingssong mit Abstand "Hinter dem Mond". Hier werden Gitarrenharmonien- und akkorde verwendet, die ich aus dem Zwakkelmann-Kosmos noch nie vernommen habe. Auch die Songstruktur im Allgemeinen erinnert eher an etwas verschrobenen Indierock, wobei thematisch wiederum altbekannte Gefilde aufgesucht werden (vergleiche: Heidelied).

Unterm Strich ist "Liebhaberei" ein, im besten Sinne, ganz normales Zwakkelmann-Album, wobei dieses Mal in meinen Ohren  größere Veränderungen, Überraschungen oder gar "Wow"-Momente fehlen. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder Hörer selbst entscheiden. Mir gefällt es gut! Die Band hat ihren Stil mittlerweile gefunden und ich würde die wirklich gut gemachte Pop-Rockmusik sehr gerne im Radio hören, da sie besser gelingt als diese ganzen Mark-Förster-Schnösels, aber genauso eingängig ist.

Kabl 03/2022
Hörprobe:
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Zwakkelmann - Liebhaberei

Stil: Liedermacher, Pop, Punk, Rock
VÖ: 01.04.2022, CD, Hulk Räckorz


Tracklist:

1. Die Rückkehr des seltsamen Herrn Z
2. Gutes Gefühl
3. Du und ich gegen den Rest
4. Wann kommt die Menschheit endlich mal zur Vernunft?
5. Halt dein Maul
6. Halleluja Punk
7. Wunderschön
8. In Quarantäne
9. Misophonie
10. Innovativ
11. Lonesome Cowboy Nummer eins
12. Jane Birkin
13. Quokka sein
14. Hinter dem Mond
15. Männergrippe
16. Dankbar




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aintjustmusic
(aintjustmusic)
09.04.2022 13:47
Gerade eben hat es erst bei mir geklingelt. Wer möchte denn bitteschön *kein* Quokka sein https://www.sadanduseless.com/quokka/ ;-) ?!?

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