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Schnaps:
Freitags: No Future

Wie gewohnt sind die Bierschinken mal wieder spät dran, während all die anderen (Online-)Fanzines ihre Rezi über das zweite Album von Ronald und Christoph aus Wernigerode, die gemeinsam die Band SCHNAPS bilden, raus gehauen haben, lassen wir mal wieder auf die Veröffentlichung unsere Meinung warten. Aber ist ja nicht verkehrt, dass es an anderer Stelle schon Bewertungen von "Freitags: No Future" gibt, da kann ich dann schön abschreiben. Kleiner Scherz am Rande. 

Den Vorgänger von diesem Album, "Perspektive: Lost" konnte ich ja nicht wirklich viel abgewinnen, umso sympathischer finde ich es daher, das die Band ihr neues Album doch wieder an uns geschickt hat und zudem gefragt hat, ob ich ihnen noch eine Chance geben könne und die gewähre ich ihnen natürlich gerne. Hier gilt nicht das Credo "Wenn, das so weitergeht, keine Chance mehr", wie es in dem Song Reisepläne heißt, der sich aber wohl auch mehr auf das Weltgeschehen als auf das Geschehen auf meinem Plattenspieler bezieht.

Ich muss gestehen, ich bin nicht ganz unvorbereitet an das Album herangegangen, bevor ich zugesagt habe, diese Rezension zu schreiben habe mir die Songs bei Bandcamp angehört und sie für besser als die vom Vorgänger-Album befunden. Nun habe ich mir das Album in den letzten Tagen einige Male gegeben und finde wirklich, das sie qualitativ einen Sprung nach vorne gemacht haben. Dabei sind die Unterschiede zu "Perspektive: Lost" gar nicht mal so wahnsinnig groß. SCHNAPS machen immer noch zackigen deutschsprachigen Punkrock mit Hardcore-Kante, der noch immer nicht ganz ohne Klischees, aber dafür auch ohne unnötige Spielereien auskommt. Diesmal, wo meine Brillengläser nicht von Wut-Hitze beschlagen sind, kann ich die Parallelen zu Kölner Bands wie KNOCHENFABRIK oder SUPERNICHTS auch besser erkennen, wobei man bei SCHNAPS mit weniger humorvollen und sarkastischen Texten als bei den beiden gerade genannten auskommen muss. Ein wenig erinnert mich der Gesang auch an die KAPUT KRAUTS. Ich würde jedoch weniger Dissonanz zwischen Gesang und Musik wünschen, manchmal passt beides nicht gut aufeinander (z. B. der männliche Gesang bei Untertaucher oder bei Sollbruchstelle). Ist aber auch Punkrock, von dem wir hier sprechen, da darf das auch ruhig mal so sein. In den Texten gibt es wieder einen Rundumschlag gegen vieles, was auf dieser Welt und in diesem Land zum Himmel stinkt. An Wut mangelt es ihnen nach wie vor auf keinen Fall.

Erwähnt werden sollte noch, dass das auf 300 Stück limitierte Vinyl in der Farbe "grau marmoriert" daher kommt und das Cover eine übergroße Rubbellos-Fläche aufweist. Grandios, so was ist mir auch noch nicht untergekommen. Jetzt muss ich es nur irgendwie schaffen, mich zusammen zu reißen, um die Platte nicht gleich zu "entwerten", indem ich wie wild mit einem Geldstück auf ihr herum kratze. So wie ich mich kenne, wird das auf jeden Fall nicht ganz leicht.

Peter 10/2022
Hörprobe:
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Schnaps - Freitags: No Future

Stil: Punk, Hardcore-Punkrock
VÖ: 2022, LP


Tracklist:

01. Wochenmarkt
02. Bestseller
03. Kettenkarussell
04. Reisepläne
05. Schräglage
06. Untertaucher
07. Sollbruchstelle
08. Heimathafen
09. Brüllaffe
10. Halbzeitpause
11. Puppenspieler
12. Ascheregen




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