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duesenjaeger:
Die Gespenster und der Schnee

Wir alle haben diese Bands. Bands, die uns wesentlich mehr beeinflusst haben als andere, mehr als schlaue Bücher, ältere Geschwister. Bands, die unseren ja ach so individuellen Lifestyle geprägt, unsere Haltung zu Themen innerhalb und außerhalb der Szenen geformt haben. Bands, auf die man immer wieder zurück kommt, egal in welcher Genresparte man sich gerade austobt. 

Meine “diese Band” heißt schon seit Ewigkeiten DUESENJAEGER.

 

„Die Gespenster und der Schnee“ beginnt mit einem kleinen, liebevoll gestalteten Intro. Schnellstmöglich dröhnt einem der so typische duesenjaegersche Emoll-Midtempo-Schwoof ins Ohr, der auch auf diesem (je nach Zählweise vierte, fünften, oder sechsten) Album tonangebend ist. 

„Ich male ein Bild in allen Farben. Bis es fertig ist - grau” eröffnet Tobi Neumann dieses Album und findet damit wohl selbst die beste Überschrift für die kommenden 15 Songs.
Schnell wird klar, was das übergeordnete Thema des Albums ist: Zeit. Sie zu haben oder nicht, sie zu genießen, zu verdammen, zu zerschlagen, ihr beim Ablaufen zuzusehen und wie man selbst daneben steht. Sie auszugießen als gäbe es genug davon, als sei sie nicht endlich, sie zu verschwenden.
Umziehen an den Stadtrand, was sich auf einmal ok anfühlt. Diese Zeit dennoch aufhalten, festhalten wollen, nochmal zurückgehen.
Festzustellen, dass es zu spät ist. Festzustellen, dass da nichts war und doch alles und dass sich nichts jemals ändern wird, aber doch ein bisschen.
Angst haben, vor dem Krieg, sich selbst dabei zuzusehen und auch hier nur daneben zu stehen. Lethargie, Desillusion, Wut und blankes Unverständnis ob der Beschissenheit der Dinge.
All das gefüllt in unzählige niemals parolenhafte Sätze. Jeder gleichsam warme Dusche wie Ohrfeige. Aber wie immer ohne moralischen Zeigefinger, nur mit unaufhörlichem schmerzhaftem Griff an die eigene verdammte Nase. Vorgetragen in Tobi Neumanns unverkennbarer Intonation, die man wohl entweder hasst oder, wie ich, so sehr liebt, dass auch beim hundertsten Durchlauf der Nackschauder knallt. 

„Die Gespenster und der Schnee“ ist in wesentlichen Teilen das typische DUESENJAEGER-Album, das ich mir gewünscht habe, denn wenn sich eine Band für mich nicht neu erfinden muss, dann eben diese.

Auch der „eine schnelle Nummer pro Seite“-Nummer bleiben DUESENJAEGER treu („Geisterberg“ / „…Hurra Hurra Dystopia“).

Umso erfrischender finde ich, dass es darüber hinaus mit „Brandmelder” und „Drahtseilakt“ zwei Songs gibt, die musikalisch erstaunlich poppig um die Ecke kommen und lyrisch tatsächlich so etwas wie Aufbruch, ja teilweise sogar Zuversicht aufkommen lassen.
Hier haben sich DUESENJAEGER was getraut und das finde ich richtig gut. 

 

Danke für dieses Album!

Danke DUESENJAEGER! 

Hörprobe:
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Duesenjaeger - Die Gespenster und der Schnee

Stil: Punk
VÖ: 12.05.2023, LP, My Ruin (Link)


Tracklist:

A
01. Ins Schwarze
02. Too Little, Too Late 
03. Treibsand
04. Brandmelder
05. Stundenglas 
06. Geisternetz
07. Vierunddreimaldiefünf

B
08. Midnight Crisis
09. Wir warten
10. Herbstmanöver
11. Hurra Hurra Dystopia
12. Drahtseilakt
13. Human Untergang
14. Horde II
15. Ein Tag im Grauen




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