Vor ungefähr 1 1/2 Jahren schmissen Nein Danke ihre "Acid-Punk" EP unter die Meute. Es folgten diverse Auftritte, eine weitere EP und ne Single und jetzt ist seit Juni schon die nächste Veröffentlichung draußen. Das Duo aus Neuwied ist echt fleißig und haut uns die Scheiben nur so um die Ohren. Die werten Hörer*innen erwarten retro-eske Synthies, programmiertes Schlagzeug und ein guter Schuss NDW. Der prägnante Gesang klingt fast zu melodiös für die zum Teil richtig böse ballernden Beats, doch zusammen ergibt es eine Mischung, die Nein Danke echt interessant machen. Ich hatte nur die erste EP richtig gehört, somit fällt die Weiterentwicklung der Band auf der aktuellen Platte noch mehr ins Auge. Da hat sich echt was getan. So sind die Songs deutlich abwechslungsreicher in Aufbau und Tempo (es wechselt zwischen schnell, ganz schnell und noch schneller) und auch gesanglich hat sich was getan, da öfters mal Backings vorkommen oder mensch sich im Gesang abwechselt. Passt aufgrund der unterschiedlichen Stimmfarben richtig gut finde ich. Auch bei den Sounds und Samples meine ich Neuigkeiten rausgehört zu haben. Teilweise wurde ich sogar an Welle:Erdball erinnert - waren da etwa 64er Samples am Werk? Natürlich gibt's auch noch auf ein paar Tracks den gewohnten Sound ohne solche Spielereien und es wird recht geradlinig losgebolzt (Was geht dich das an). Textlich geht's hauptsächlich um persönliche und gesellschaftliche Themen, oft wird's mit wenig Worten auf den Punkt gebracht. So heißt es in "Was geht dich das an" passend "Kein Interesse an Deinem Schwanzgemesse". Könnte ich auch bei mir in der Arbeit auf die Klotür schreiben. Zum Schluss gibts noch etwas Zuckerguss: Der Pop hat Einzug im Hause Nein Danke gehalten und "Illusion" beschert uns noch einen Ohrwurm am Ende. Steht der Band richtig gut und balanciert den bratenden Sound der anderen Titel gut aus.
Fand ich die erste EP zwar auch gut, aber auf Dauer etwas anstrengend, habe ich "Ich weiß nicht wo ich bin" gleich nochmal angeschmissen. Kein schlechtes Zeichen!
Reinhören: Was auch sonst, Ich mag keine Menschen, Was geht dich das an, Illusion