Deutschland braucht Deutschpunk! Verdammt geil, was Glück Umsonst hier als Debütalbum abliefern. Ein Strophe-Refrain-Strophe-Doppelrefrain-Epos der Extraklasse! Als Vorbilder müssen mal wieder
Knochenfabrik herhalten, zu sehr erinnert der raue Gesang an den großen Claus Lüer. Ich werf mal weitere Namen in den Raum: die Labelkollegen von
Blinker Links, die Kölner Nachbarn von
Supernichts ebenso wie frühe Werke von
Muff Potter spiegeln sich im Sound wider.
Dazu Texte, die nie zu verklausuliert (verclausuliert? super Wortspiel!) sind, aber auch rein gar nichts mit stupidem Uffta-Parolengedresche zu tun haben. Man könnte fast schon von einem Konzeptalbum sprechen - im Großen und Ganzen geht es um arbeitslose Träumer und Alkoholiker. Die letzten großen Helden unserer verkorksten Gesellschaft quasi, und hier ist ihr Denkmal. Und was für eins! Ein paar Gitarrensoli, hier und da etwas Offbeat, und immer schön nach vorne. Sind ja auch erfahrene Musiker am Werkeln, die schon die Band für Daddy Memphis höchstpersönlich stellen durften. Wenn das mal keine Referenz ist!
Kleines Zitat gefällig? "Ich stehe meistens gegen Mittag auf, kotze erst mal nebens Bett / Dann trink ich noch das Bier von gestern aus denn auch schal schmeckt das ganz nett". So, erstmal wirken lassen.
...
...
Und? Richtig. Wow, das steckt so voller Wahrheit und Poesie, kein Wunder dass diese Strophe von "Lauf einfach weiter" gleich zweimal wiederholt wird.
Ansonsten fehlen mir zwischendurch noch ein paar Quentchen zur perfekten Punk-Platte. Ein paar Mitgröl-Refrains wären wünschenswert, einige Lieder bleiben ganz ohne Highlights - trotzdem eine der besten Scheiben, die mir je zum Rezensieren untergekommen sind. Anspieltipps: alle. Pflicht für alle Freunde der oben genannten Bands!