Krakau Trip Part 3 (10.-12.03.07), u.a. mit Pizza Lomot im Klub Awaria am 10.03.2007 und Wieliczka-Besichtigung am 12.03.2007
Krakau Trip Part 3 (10.-12.03.07), u.a. mit Pizza Lomot am 10.03.07
Wie immer beginnt der Tag mit einem ausgiebigem Frühstücksbier. Heute ist der 10.02., das heißt - André hat Geburtstag! Wer es des nachts nicht mehr auf die Reihe gekriegt hat, zu gratulieren, der is heute dran, und Geschenk darf er auch endlich auspacken. Wird er bestimmt Freude dran haben. Und ihm zu Ehren räumen wir heute ein wenig auf.
So, dann gehts aber los! Wir ham die Wawel noch gar nicht besichtigt! Obwohl das Teil direkt inner Nähe ist! Also nichts wie hin! Kommen an - und das Teil macht grade zu. um 17 Uhr morgens. Versteh das mal einer...Immerhin finden wir den Drachen hinterm Wawel, der is sowas wie das Maskottchen der Stadt. Und diese Statue speit sogar alle paar Minuten Feuer, lustig.
Naja, müssen wir uns fürs erste mit einem kurzen Blick auf die Außenmauern der Wawel begnügen, man kann ja nicht alles haben. Alexey erfährt, dass Dortmund verloren hat, was unsere Laune erheblich steigert. Seine allerdings nicht, komisch...außerdem ist gestern sein BVB-Freundschaftsbändchen kaputtgegangen, gibt bestimmt nen Zusammenhang.
Dafür latschen wir ein wenig gen Studentenviertel, das soll auch nett sein. Ja, schöne viele alte Gemäuer hier. Und ein Pub, Nordic Pub hieß der, wo es Piwo für 4 Zloty gibt. Also etwa n Euro, perfekt! Auch sonst ganz netter Laden, außer dem großen Fernseher, sowas wollenwa nicht. Dafür ne Bühne für Cabaret und Disco - und ne gefüllte Bar. Juhu!
Von da gehts noch ein wenig durch die Stadt auf der Suche nach dem nächsten Pub. Sagt uns aber erstmal nix so richtig zu, also wollen wir irgendwo zu Essen einkehren. Immerhin finden wir auf dem Weg Dr. Jozef Dietl, Namensgeber der Dietla-Straße, in der unser Hostel situiert ist. Dufte Typ.
Als Restaurant entscheiden wir uns für das "Smak Ukrainski", was ukrainisches also - oder ungarisch, wenn man ohne nachzudenken redet. Die Speisen waren durchweg recht lecker, allerdings recht wenig - außer diese interessante Portion Zarke, die Mark gekriegt hat. Ein Pott mit ungarischem Gulasch-Eintopf, bedeckt durch einen Teig-Deckel. Wow.
An Konzerten war heute einiges zur Auswahl. An oberster Stelle die polnische Kult-Punk-Legende Dezerter, wär ganz klar mein Favorit gewesen, allerdings sollte das wohl schon 18 Uhr beginnen, fiel also für uns flach. Im Klub Imbir sollten laut einigen Internet-Seiten Pudelsi spielen, klang auch ganz interessant - aber da gabs nix. Außer ne Runde Piwo. Nen Laden weiter , im Klub Awaria, finden wir dann schließlich unsere Live-Musik, und sogar Eintritt Umsonst!
Pizza Lomot spielen hier, auch ne polnischsprachige Band, aber die haben mal richtig Pfeffer! Amtliche Rock'n'Roll-Gitarren wechseln mit ordentlichen Punkriffs und kurzen Metal-Soli. Genau das richtige! Etwas fehl am Platze die Tische und Stühle vor der Bühne, das Tanzen beschränkt sich da auf den Platz dazwischen und dahinter - hinten machen wir uns breit, zumindest die die Band gucken wollen
Spaß haben die Sitzenden hier vorne aber trotzdem, einige singen sogar fleißig mit oder grölen was gen Bühne. Bei einem Betrunkenen weiß man nicht, ob er lallt oder auf polnisch grölt. Nunja, die Band hat zumindest richtig Feuer, der harte Gesang erinnert mich teilweise an Dritte Wahl mit nem Schuss Rock'n'Roll.
Bei einem Song entert auch mal einer der Sitzenden die Bühne, offensichtlich Vorsitzender des Fanclubs - zumindest hat er ein Fan-Shirt der Band an. Der darf dann auch mal mitsingen, was für etwas mehr Stimmung sorgt. Stimmungskiller wie gesacht diese blöden Tische da im Weg, wer kommt denn auf so ne Idee bei so ner Band? Und dann bleiben die auch noch alle sitzen...
Die Band hört ziemlich spontan auf, wir schätzen dass sie wohl zwei Sets spielen. Die anderen haben es sich inzwischen im Nebenraum bequem gemacht, wo man aber durch eine Art Fenster immernoch etwas Sicht auf die Bühne hat. Alexey muss aus einem halb kaputten Bierglas trinken, weil beim Anstoßen wohl was schiefgelaufen ist. N neues will er trotzdem nicht, obwohls ihm die Bedienung anbietet. Harter Typ.
Und wie erwartet gibt es ein zweites Set! Yeah! Dieses ist deutlich Metallastiger, perfekt! Der Gitarrist hat eindeutig seine Lektionen in Sachen Motörhead gehört, sehr geil
Die Stimmung ist diesmal auch besser, zwei Leute tanzen sogar vorne und nutzen alles aus, was der Platz hergibt. Irgendwie ham die garkeinen Merchstand, wollt mir doch ne Platte kaufen, nachm Konzert kam ich nich mehr dazu - wirklich schade, beim nächsten Mal. Live eh viel besser.
Irgendwann ist die Band dann anscheinend am Ende ihres Sets angekommen, die vielen Zugabe-Rufe sorgen dann aber für n ziemlich geiles Cover: Seek & Destroy von den guten alten Metallica, dargeboten von einem Gastsänger aus dem Publikum, yeah!
Das soll an Stimmungshits nicht alles sein, auch Highway To Hell (AC/DC) und Light My Fire (The Doors) in ner Rockversion wird dargeboten! Die Stimmung erreicht neue Höhepunkte, was ne geile Band! Mark und Tobi sind auch fleißig am Tanzen
Die Band improvisiert noch ein paar uns nicht bekannte Lieder, auf polnisch, dann is aber auch bald irgendwann trotzdem Schluss, verdammt geiler Auftritt und wären die Tische nicht gewesen wärs perfekt gewesen
Tja, die Band will abbauen, geht aber schwer, einige Zuschauer stürmen die Bühne und besetzen die Instrumente, spielen sich da irgendwas zusammen - auwei, ab nach hinten, Piwo trinken.
Am Nebentisch lernen wir Piter und Gregor (Namen eingeenglischt) mit ihren Begleitungen kennen, ein fröhlicher Abend kann beginnen! Viel Bier, viel Spaß, wir lernen was Kurwa so alles bedeutet - und Mark macht mit Piotr einen T-Shirt-Tausch. Wase zdrowie!
Zurück im Hostel, vorankommen - wir haben noch viel Bier zu vernichten! Naja viel nicht, aber da ich geschickterweise Alexeys Palette geklaut hab und wir außerdem noch genug Kaktussaft-Wodka-Mischung haben, kommen wir gut weiter voran und die nächste mörderische Kissenschlacht kann beginnen
Am nächsten Morgen heißt es aber früh aufstehen - 11.03., wir ham nen Ausflug zur Salzmine in Wieliczka gebucht! Also pünktlich aufstehen, Frühstücksbier und los! Für den Ausflug zahlen wir als Studenten 60 Zloty, also etwa 15-16 Euro, was inklusive Anfahrt und allem locker klargeht. Unser Shuttlebus-Fahrer ist ne richtig coole Sau mit Sakko und Sonnenbrille, kein Mensch ist so cool wie der!
Auf dem Weg sehen wir noch ein theatralisches Denkmal das wir noch nicht kennen. Okay, Foto machen! Der Shuttle-Bus bringt uns dann auch nur weiter zum nächsten Bus, mit dem es dann nach Wieliczka geht
Da wir die einzigen Deutschen hier sind, kriegen wir einen eigenen deutschen Führer zugeteilt, gemeinsam mit einer jungen Dame. Schöne Sache, so können wir gemütlich durch die Salzmine marschieren ohne den Druck einer großen Gruppe. Zunächst geht es erstmal 64 Meter eine Holztreppe nach unten
Im Salzbergwerk gibt es natürlich hauptsächlich eins zu sehen: Salz. In Unmengen. Spaghettisalz, Steinsalz, Blumenkohlsalz und ähnliche verrückte Formen. Zum Beispiel auch Formen von menschlichen Körpern, die mit Salz nachgebildet wurden, wie hier die inzwischen heilige Herzogin Kinga
Bis in eine Tiefe von etwa 150 Meter sollten wir hinabsteigen, was aber in keinster Weise anstrengend wurde. Unser Guide konnte sehr viel erzählen über den Salzbergbau und packte auch ein paar Anekdoten über Wieliczka raus. Hier sieht man übrigens eine Treppe aus Salz
Oder die 7 bzw. 8 Zwerge - Schneewittchen konnte nicht, weil Frauen im Bergbau verboten sind. Höhö. Ja, alles ziemlich kurzweilig, gestört hat mich nur auf Dauer, dass alles ziemlich künstlich aussah mit irgendwelchen Figuren die Arbeiter darstellen sollten oder unnatürlichen Lichtern, halt alles ziemlich auf den Tourismus getrimmt
Sogar ne eigene Kathedrale gibts in einer dieser Salzhöhlen. Hier werden sogar noch Gottesdienste gehalten - und heiraten kann man hier auch. Wems gefällt
Unterirdische Salzseen, um mal gesundes Salzwasser zu atmen - dieser hier war mit einer Lichtershow versehen, zu der Musik von Chopin aus den Boxen dröhnte - da wärn wir wieder beim künstlich aufgepeppten
Tja, Kirchen gibts jede Menge in dem Salzbergwerk, sind halt sehr christlich die Polen. Etwa 2 Stunden dauerte die Tour, hat sich auf jeden Fall gelohnt sowas mal zu sehen, sehr beeindruckend. Gab sogar schon Weltrekorde des tiefsten Bungeesprungs oder der tiefsten Heißluftballonfahrt hier unten, auf was für Ideen die Leute kommen...
Aber während der ganzen Tour kein Bier getrunken. Dann auch noch das salzige Aroma! Wir sind kurz vorm Bierkollaps, also wird im Bus auf der Rückfahrt der kollektive Biernotstand ausgerufen, eine Notfalldose haben wir schließlich IMMER dabei!
Heutiges Restaurant: "U Literatow", ein ungarisches. Essen gut aber nichts besonderes, außerdem besteht das Borschtsch (barszcz) nur aus Rote-Rüben-Saft. Naja, austrinken und weiter. Wir suchen einen Jazzclub mit Livemusik, davon gibts hier ja jede Menge. Zwischendurch noch ins "Alter Ego", nette Kneipe mit hübscher Bedienung. Der Jazz-Club nebenan kostet 10 Zloty, die Demokratie unserer Gruppe entscheidet sich dagegen
Ebenso im Imbir, wo heute Abend Metal-Punk-Abend mit diversen Bands ist! Wah! Sage und schreibe 3 Zloty Eintritt, quasi 80 Cent! Aber Demokratie is wohl Demokratie und die Mehrheit dagegen. Manno! Dafür haben wir jetzt noch ein wenig Zeit, um das Zimmer auf Vordermann zu bringen - morgen früh müssen wir auschecken
Und danach gemütlich ins Bettchen legen. Ich überlege, ob ich heimlich abhaue und mir noch ne Metalcore-Band anschaue. Aber inzwischen ham wohl schon alle gespielt - und die tun doch nur so als würdense pennen!
Ja richtig, die große Verlosung fehlt ja noch. Am Ende jeder Reise verlosen wir sämtliche Gegenstände, die von der Gruppenkasse gekauft oder irgendwo gefunden wurden, damit auch jeder was davon hat. Mark gewinnt ein Damenshirt, was neben dem Waschbecken lag. Glückwunsch. Immerhin hab ich ein Jägermeister-Imitat...
Am nächsten Morgen (12.03.) wird dann zeitig aufgestanden, die Augen noch ganz vom Schlafsand verklebt, das Zimmer nochmal aufgeräumt und rausgeschlurft. Unser Flieger geht erst heute Abend, aber zum Glück dürfen wir unsere Taschen im Hostel lassen und so unbeschwert noch ein wenig durch die Stadt latschen
Diesmal kommen wir sogar zeitig genug an der Wawel an - man kommt noch rein. Also merken: Um 10 Uhr kommt man rein, um 17 Uhr nicht. Ne Führung geben wir uns nicht, wir latschen einfach so durch...
Das lustige an diesem Schloss sind ja die vielen verschiedenen verwendeten Baustile weil wohl in jeder Zeitepoche wieder irgendwer was drangebaut hat. Also ein buntes Sammelsurium aus verschiedenfarbigen Wänden, Dächern, Fenstern und sonstigen Elementen. Lustig. Und überall Security. Wir machen uns den Spaß und verstecken und vor ihnen, so dass sie uns folgen müssen.
Danach darf jeder auf eigene Faust ein wenig die Stadt erforschen, der eine oder andere trifft sich auch zwischendurch wieder, komplettiert wird die Gruppe dann wieder im Hostel Atlantis
Jeder trägt zusammen, was er so gekauft hat, und dann tragen wir zusammen unsere schweren Taschen zum Bahnhof. Zwischendurch verlieren wir noch Tobi, nunja, passiert. Den Zug zum Flughafen, einchecken.
Der Zoll ist hier besonders unfreundlich, in meinen Taschentüchern wird eine Massenvernichtungswaffe vermutet und unser Russe Alexey wird etwa ne halbe Stunde vom Zoll verhört, ob er wirklich in Deutschland wohnt und was er in Polen gemacht hat und was seine Schuhgröße ist.
Der Flug mal wieder recht unspannend, außer die tolle Flugzeug-Crew, die anscheinend was getrunken hat und ständig rumalbert. Geil!
Ja, Fazit dieser Reise: Mal wieder sehr geil und sehr lustig, mit einem beer-per-day-Wert von durchschnittlich knapp unter 10 bin ich recht zufrieden, wobei mich schon interessieren würde, was mein persönlicher Wert war, höhö. Danke an die annern für die Reise und eure Fotos! Bis zum nächsten Mal!
Teil 1, Teil 2, Teil 3
Ja, Fazit dieser Reise: Mal wieder sehr geil und sehr lustig, mit einem beer-per-day-Wert von durchschnittlich knapp unter 10 bin ich recht zufrieden, wobei mich schon interessieren würde, was mein persönlicher Wert war, höhö. Danke an die annern für die Reise und eure Fotos! Bis zum nächsten Mal!
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