Bierschinken eats FZW IV: Supernichts, Nonstop Stereo, Rasender Stillstand, Alfons Bauer, Saerdna Blak, Chaos-Show, 08.11.2012 in Dortmund, FZW - Bericht von der Redaktion
Bierschinken eats FZW IV, 08.11.2012 in Dortmund
Gerd: Eine Einleitung ist eigentlich überflüssig, weil niemand, der sich solch einen Konzertbericht durchliest, um die vielfältigen Ankündigungen dieser Show herumgekommen sein kann. Es geht einfach nicht. Deshalb jetzt nur die Fakten in Kürze: Fö wird endlich 21 und darf jetzt auch in Pakistan Autofahren, deshalb spielen ein paar Bands, in denen einer Frank heißt, im FZW auf und später sind alle besoffen.
Und damit überreiche ich jetzt das Zepter an Fö, der was über das erste Set von Saerdna Blak schreibt.
Fö: Jau. SAERDNA BLAK alias Wirtshauslyrik, wobei noch zu klären wäre, ob Wirtshauslyrik jetzt sein neuer Künstlername oder weiterhin der Musikstil ist - aber egal. Einige von euch kennen Kabl ja auch als fleißigen Dinkelscherbener Bierschinken-Außenreporter
Fö: Aus reiner Gehässigkeit spielt der Gast mit der weitesten Anreise direkt als erstes. Harhar. Die ersten eintrudelnden Besucher dürfen sich über musikalische Begrüßung freuen mit mal ernsten und mal, äh, weniger ernsten Titeln wie "Auspuff-Klausi", "Der Kommilitone" oder "Ich geh zu Fasching als Faschist"
Fö: Klappt erstaunlich gut, auch wenn die Zuschauer sich noch eher zurückhaltend geben. Ich selbst bin heute aus unterschiedlichen Gründen an- und eingespannt und kann nicht alles verfolgen und freue mich auf das zweite Set von Saerdna Blak, das laut eigener Aussage komplett anders werden soll...mehr dazu später
Fö: Anschließend im Club: RASENDER STILLSTAND! Die Band ist ja personell auch ein wenig verquickt mit dem "Bierschinken eats FZW", ein Grund mehr warum die heutige Veranstaltung für alle Beteiligten was Besonderes ist (um mal son bisschen Pathos heraus zu holen)
Fö: Punkrock aus Dortmund, mal schön straight und mal tief in der 80er-Suppe grabend (Katja wähnt sich zwischendurch gar bei Joy Division. uff), und was ich extrem sympathisch finde: Hier zählt nicht nur Musik, sondern auch Message der Songs.
Fö: Ein wenig tut mir der undankbare Slot als erste Band ja auch leid, das Publikum ist anfangs eher der Bar zugewandt, aber vielleicht bin ich auch einfach nur überkritisch-nervös - nach einigen Songs füllt sich der Club immer mehr und der Zuspruch wächst.
Fö: Wechseln wir mal zu Härp, der bestimmt noch weitere Details beisteuern kann, ich selbst bin mal wieder viel zu sehr am Rumwuseln und meine Aufmerksamkeitsspanne beschränkt sich heute auf wenige Sekunden. Höhö.
Härp: Sehr interessante Darbietung des Quartetts. Vorher nie von gehört also kann man ganz uneingenommen an das Ganze rangehen. Viel Licht und Schatten, der eine Song haut mich richtig von den Socken und beim nächsten hol ich mir dann doch als Überbrückung ein Bier.
Härp: Das vorletzte Lied - wie auch immer es hieß - war mein persönlicher Favorit. Weil der große Mann mit der Flying-V mal sang klang das sehr nach Ea80 meets Fliehende Stürme. Als Dosenöffner für den lauten Part des Abends genau richtig und auf den Punkt.
Gerd: Aufgrund von Verkehrschaos und Autofahren komme ich mit leichter Verspätung an und kriege noch die letzten Takte von RS mit - ist mir leider zu 80er und Wave-lastig, nicht mein Ding. Dazu dann noch Frauengesang und tiefgehende Texte - da warte ich lieber, bis wieder Leute übers Saufen singen.
Frau Aal: Es ist Umbaupause, deshalb gibts im Foyer wieder was zu sehen, nämlich diese beiden Herren hier: ALFONS BAUER sind lustig angezogen, haben komische Masken auf und neben Gitarre und Gesang kommt die Musik aus zwei Laptops.
Frau Aal: Musikalisch wird hier ein Mix aus Deathmetal und Techno geboten. Passt nicht zusammen? Passt doch, kannste mal sehen! Zugegeben, ein bisschen seltsam mutet die ganze Show schon an, aber die Herren Alfons Bauer schaffen es mich vom ersten Augenblick an zu begeistern. Hat irgendwie stark was von Performancekunst.
Frau Aal: Und ist auch ziemlich chaotisch, das mag ich ja immer. Es gibt keine Setlist, deswegen wird zwischen den Liedern immer mal geguckt was man so für Tracks aufm Laptop gespeichert hat und dann ausklamüsert welche man später spielt, welche scheiße sind und welche als nächstes dran sind. Finde ich 10 mal unterhaltsamer als die Ansagen von Rasender Stillstand.
Frau Aal: Also wie gesagt, ich fühle mich großartig unterhalten. Schönes Gebolze und zwischendurch immer wieder ein Schwenk zu 90er Jahre Blümchen-Techno. Die CD kann man sich auch mitnehmen, drauf zu hören sind Lieder wie "Faster Harder Alfons Bauer", "Alles Spasten" und "ohne Bier kein Punk", es ist noch ein Aufkleber drin und sogar Songtexte. Das alles konnte man sich theoretisch für Umsonst mitnehmen...also ich habs zumindest gemacht, ich hoffe das war ok.
Frau Aal: Zwischendurch frag ich Fö, wo er die beiden eigentlich aufgegabelt hat und bekomme erzählt, dass die irgendwo auf nem Festival mit nem Bollerwagen rumgezogen sind, ihren Kram gespielt haben und so auf sich aufmerksam gemacht haben oder so. Passt auf jeden Fall zum Gesamteindruck des Auftritts. Ziemlich crazy das alles.
Schoko: So jetzt komm ich mal. Zu spät, wie immer eigentlich. Ne, komm gerade im Saal, sag allen guten Tach die ich kenne und guck dann nen bisschen NONSTOP STEREO. Es ist der 3. Tag meines Konzertmarathons. Bratze und die Lombego Surfers habe ich an den beiden Tagen zuvor gesehen.
Schoko: Hab mich mir RilRec Maks schon darüber unterhalten, dass ich Bash! viel besser fand. Der Eindruck bleibt zunächst konstant. Dann kommt überraschenderweise Selig. Wenn man die Coverkette beachtet, gilt folgende Reihenfolge: Mey, Bash, Nonstop Stereo. Wenn man nach Qualität geht lautet die Reihenfolge: Bash, Mey, Stereo.
Schoko: Ich kann mir nicht helfen, NS (Nonstop Stereo schreibe ich in Zukunft doch wieder aus) langweilen mich doch, ich kann mit der Band einfach nix anfangen. Egal, auf Supernichts warten und Bier trinken. Mach ich eh schon den ganzen Tag!
Härp: Ich war positiv überrascht von den Krefeldern. Vor ewig langer Zeit mal auf nem Festival gesehen und na ja... irgendwie macht das heute mehr Bock.
Härp: Auch weil mein all-time Lieblings Lied "weil du so bist" zum Besten gegeben wurde. Hab mich dann aber aufgrund des leckeren Schnaps den Ulf mitgebracht hat wieder im Backstage zum lustigen Umtrunk begeben, um auf die beste Band des Abends auf der kleinen Bühne zu warten: Alfons Bauer! Aber erstmal Club-Eindrücke von Gerd...
Gerd: Ich fand die auch ganz gut, hab ja schon letzte Woche nen längeren Bericht über den Gig in Düsseldorf geschrieben. Im Prinzip war es recht ähnlich wie im AK47, außer dass Frank erkältet ist und deshalb eine sehr sonore Radiomoderatorenstimme während der Ansagen zeigt.
Gerd: Beim Singen merkt man es aber eigentlich kaum. Guter Auftritt, "Nenn es ganz einfach Rock'n'Roll" hätte ich mir noch gewünscht, aber man kann ja nicht alles haben.
Fö: Jau, auch von mir beide Daumen hoch. Verrotzte Stimme stört mich nicht (bin ja selber Novemberkind), Auftritt leidet höchstens unter der hohen Bühne und Georgs Mikroständer, der sich gerne mal selbständig macht. Ansonsten sind die live verstärkt eingesetzten mehrstimmigen Gesänge eine wahre Bereicherung für die Band.
Fö: Bekomme mal wieder nur vielleicht den halben Auftritt mit - Notiz an mich selber: als Veranstalter nicht immer nur die Lieblingsbands einladen (vielleicht beim nächsten Mal einfach mal sowas wie Radio Havanna?). Egal, soweit alles Bombe. Ab ins Foyer!
Schoko: Nach Nonstop Stereo hab ich dann noch ein wenig Alfons Bauer geguckt. Ganz witzig. Hier die Bandmitglieder ohne Masken
Gerd: Mein Senf zu Alfons Bauer: Ganz witzig, aber spätestens im zweiten Set ist der Gag, zwischen Black Metal und Kirmestechno zu wechseln, für mich dann schon wieder passé. Dennoch lustige Umbaupausenunterhaltung, dafür hervorragend geeignet. Im Gegensatz zu Frau Aal hab ich mir aber nicht die CD abgestaubt, auch wenn sie umsonst war.
Fö: Fantastischer Auftritt. Aldi will die Band zwar vermöbeln wegen zuviel Playback, aber sonst munkelt man hier vom heimlichen Headliner. Irgendwann tippt mir der Gitarrist auf die Schulter - ob es denn okay sei, Lena Meyer-Landrut zu covern.
Frau Aal: Als es dem Ende zugeht ist der Gitarrenmensch fast komplett entkleidet (und ich hab sein Nippeltape im Gesicht hängen) und es wird Satellite von Lena zum besten gegeben, bei dem jemand aus dem Publikum herrlich mitgrunzen darf. Fazit: witziger, kurzweiliger Auftritt, dem auch die kleine Foyerbühne sehr zugute kommt. Auf einer großen Bühne kann ich mir das irgendwie nicht so recht vorstellen, lasse mich natürlich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.
Kabl: SUPERNICHTS! Selten ein Set der Band so abgefeiert. Es gibt schließlich keine schlechten Lieder von dieser großartigen Band! Vom ersten Ton an (erstes Lied war Bomben über Oberhausen) wird in der Halle gefeiert!
Kabl: Sehr schön dass sich die neuen Lieder so großartig in das Set der üblichen Mitgröllieder einfügt. Der von Bierschinken.net bekannte "Frau Aal" fordert nach jedem Lied "Scheiß Post". Irgendwann wird es dann auch gespielt! Nobel!
Kabl: Ja, was soll man sagen: Ausschließlich Hits, die scheiß Katze ist so verdammt süß, bring mir Mike Ness von Sozial Distortion mit nach Haus, nur bekifft und nicht besoffen, der Möhren/Zucchini-Auflauf ist gerade fertig geworden! Mächtiger Auftritt!
Schoko: SUPERNICHTS! Das Highlight! Faust inne Luft, Fresse halten, jetzt läuft der wichtige Teil! Meine Aufmerksamkeit wird nur unterbrochen, weil ich jemanden beauftragen muss, Bier zu kaufen.
Schoko: Alle Hits! Viva el Paraguay, Kapitalismus nein danke, Meer vs. Stadt 3:2 n.V. und den Rest von allen Alben! Eigentlich müsste die Audienz auf die Knie gehen!
Schoko: Mein Höhepunkt des Abends: Ich darf nen alten Mann in einem weißen Hemd und brauner Hose anbrüllen. Mit meiner lieblichen Frauenstimme zwitschere ich den Teil der Candy vom Knüllersong Mike, Brad und Candy. Meine alte Hündin hieß übrigens Candy. Die wollte aber immer mit mir ausgehen (Knüllergag)!
Schoko: Ich hab auch ein Bier dafür bekommen! Lecker!
Gerd: Dafür musstest du dich als der hässliche kleine Bruder von Kevin Großkreutz bezeichnen lassen.
Gerd: Dafür musstest du dich als der hässliche kleine Bruder von Kevin Großkreutz bezeichnen lassen.
Schoko: Immer diese Mikrofonabdrücke, wenn ich mir das aus Versehen auf den Arm kloppe!
Gerd: Das Lied wurde passenderweise auch in "Mike, Kevin, Brad und ich" umgedichtet.
Gerd: Das Lied wurde passenderweise auch in "Mike, Kevin, Brad und ich" umgedichtet.
Kabl: Geilster Hit heute: Mittelscheitel, inbrünstig vorgetragen! Als dem Fö dann noch ein herzliches Geburtstagsgeschenk überreicht wird (Bier und Wurst) weiß man: Heute ist ein großartiger Tag!
Gerd: Bier und Wurst, ein passendes Geschenk für den Straight-Edge-Veganer Fö. Da Kölsch aber in Dortmund nicht als Bier zählt und in Blutwurst ja kaum Fleisch drin ist, geht das aber in Ordnung.
Gerd: Einem ganz scharfsinnigen Gast fällt zu dem Geschenkkorb mit den vier Flaschen der Kommentar "Für jeden eine Flasche!" ein, was dazu führt, dass...
Gerd: ..."Deine Freunde mag ich nicht" spontan noch gespielt wird, obwohl es nicht auf der Setlist stand.
Schoko: Da fehlt echt nix, Saufen auf Lehramt, Mittelscheitel, Du und deine scheiß FDP und und und...
Fö: Noch kurz mein Senf - was ne scheißengeile Band! War mir ja etwas unsicher, mal wieder wegen der großen FZW-Bühne, ob hier alles geil rüberkommt, aber es stehen tatsächlich vom ersten Song an ganz vorne tanzende und grölende Leute, der Club ist amtlich gefüllt (200 Leute? Keine Ahnung wie der Endstand war)
Fö: An dieser Stelle: für ein paar Minuten gab es irgendwann während dem Supanix-Auftritt irgendwelche Kommunikationsprobleme am Eingang - Kasse abgebaut, aber Nachzügler-Besucher kamen mangels Stempel (und mangels Kasse) nicht rein. Scheiß Situation, konnte zum Glück schnell geklärt werden und die Betroffenen zeigten sich verständnisvoll, aber da möchte ich mich an dieser Stelle doch nochmal für entschuldigen. Sowas wird nicht mehr vorkommen! Weiter mit Musik...
Gerd: Beim Abgang nach dem dritten Lied der Zugabe (wie üblich Ingo Dubinski) fällt Achim auf der Bühne um. Im Hintergrund zertritt Frank in echter Rockstar-Manier seine Gitarre
Schoko: Klasse Konzert, auch wenn die Band alt und nur wegen der Kleidung einigermaßen ansehnlich ist! Aus Besoffenheitsgründen sind wa dann auch schon nach Supernichts nach Hause getorkelt. Hab also den schönen Chaos-gig verpasst. Schade eigentlich. Staffelübergabe an Gerd, während die restlichen Protagonisten Chaos vorbereiten und zelebrieren.
Gerd: Nach Supernichts endlich der Headliner: SAERDNA BLAK aus Dinkelscherben auf der Foyerbühne! Das erste Set hab ich leider verpasst, aber da hat er auch die selbst geschriebenen Lieder mit halbwegs ernsthaftem Text gespielt - die hatte ich einen Tag vorher in Münster schon.
Gerd: Das zweite Set hingegen ist ein Ohrenschmaus für den geneigten Saufpunker, ausschließlich Cover von bekannteren Punksongs und Gassenhauern der Geggen Gaggas. Es beginnt mit "ein schönes Lied", bevor zum ersten Mal das Lied "Pimmel" angestimmt wird. Jener Song trifft beim Publikum genau ins Schwarze und wird im Laufe des Sets noch weitere zwölf Mal gespielt, bis Andi die Ansage "Das nächste Lied handelt von meinem widerlichen Schwanz!" selbst nicht mehr ohne zu Lachen hinkriegt.
Gerd: Zwischendrin gehts bunt durch die gesamte Punkrocklandschaft, Knofa, Rasta Knast, Nonstop Stereo, alles da. Der Bierkanon, der Weinkanon, der Crackkanon. Eine Polonaise, der ich mich notgedrungen auch anschließen muss, als mein Name in irgendeinem Song verwurstet wird, ungefähr so: Gerd Gerd Gerd, ich formte dich aus Lehm, Gerd Gerd Gerd, der Gerd der muss sich drehen. Oder so ähnlich. Auch das Lied von der Pissrinne wurde gespielt und was von Pascow.
Gerd: Achim von Supernichts war angeblich auch begeistert, die besoffene Meute feiert alles ab, was von der Bühne kommt, sogar als die Lokalmatadore spontan vom weiblichen Geschlechtsteil aufs männliche umgebogen werden. Ein pubertärer Spaß für alle Beteiligten, Saerdna Blak aus Dinkelscherben, sehr zu empfehlen.
Gerd: Nachdem ich mir eben schon nüchtern angesehen habe, wie ein Mittzwanziger im Pimmelkostüm wiederholt ein Lied über denselbigen singt, kommt jetzt etwas, was sich eigentlich niemand, aber erst recht niemand nüchtern angucken sollte. Frau Aal ist mittlerweile gefahren, um den Zug zu kriegen, und deshalb verpasst er u.a. diesen nackten Arsch hier.
Gerd: Die CHAOS-SHOW! Unter dieser Prämisse stellen sich die vier mehr oder weniger beknackten mehr oder weniger Spaßbands "BESUDELT MIT STUHL", "BETRUNKEN IM KLAPPSTUHL", "FEUERWASSER" und "LAWI UND DIE BIERNÜSSE" auf die Bühne und saufen und machen Quatsch.
Gerd: "Lawi und die Biernüsse" haben erstmal schon nen Bonus, weil es sich nach Nüsschen anhört. Außerdem hat der Bassist einen Bademantel an, sein Bass nur zwei Saiten und angeschlossen ist er auch nicht. Der Sänger hat eine Zahnlücke und alle reiben seinen Ranzen, weil es angeblich Glück bringt.
Gerd: Das Konzept dieser Band ist Deutschpunk auf Latein, das hatte ich mir etwas anspruchsvoller vorgestellt. Jedes Lied besteht nämlich nur aus drei bis vier Wörtern, die immer wiederholt werden. PUNK LATINUM EST! PUNK LATINUM EST! Erinnert mich jetzt beim Schreiben gerade an die CD von Artless, über die ich neulich ein Review geschrieben habe.
Gerd: Gestern Abend hab ich ein paar Lateinstudentinnen erzählt, dass ich auf nem Konzert von dieser Lateinpunkband war, und die fragten sich, wie man sich freiwillig antun kann, auf Lateinisch zu singen, das sei ja in der Kirche immer schon so anstrengend. Junge Junge Junge, was kenn ich eigentlich für Leute?
Gerd: Szenenwechsel, König Ulf entert ein Mikrofon. Betrunken im Klappstuhl beginnt. Es wird eine ziemlich besoffene Version von Lili gespielt, noch viel besoffener als ich das aus Leiwen in Erinnerung hatte - ganz famos. Ulf und der Sänger der Biernüsse buhlen um die Gunst des Publikums, aber es applaudiert so gut wie niemand, weder für die Biernüsse, noch für Ulf.
Gerd: Danach beschränkt man sich darauf, The Final Countdown vom Band und Bier die Kehle hinunter laufen zu lassen und mit Instrumenten zu posen. Ich stehe mit drei Dinkelscherbenern im immer spärlicher werdenden Publikum und lache mich kaputt. Zitat: "Ich sage euch mit gutem Gewissen: Gegen diese Abscheulichkeit ist sogar ein Auftritt der Geggen Gaggas eine künstlerisch wertvolle Darbietung! Noch nie so etwas Bodenloses gesehen."
Gerd: Feinster Ulfcore aus Castrop-Rauxel, der hier geboten wird. Nur das Keyboard war etwas zu leise!
Gerd: Nachdem vorher schon Frank "die tiefste Gitarre Kölns" Franksen mit Supernichts auf der Bühne stand, versucht das Geburtstagskind hier mit seinem Bass Konkurrenz zu machen.
Gerd: Das soll dann wohl das obligatorische Schlagzeugerfoto sein - man erkennt nur das wichtigste: Buchse aus.
Gerd: Dann war wohl irgendwann mal Feuerwasser an der Reihe. Wie kann man auf der Bühne mit zwei Jacken, Mütze und Kapuze stehen? Schüttelfrost?
Gerd: Da sieht mans nochmal. Alle anderen Hose aus und er hier schön dick eingepackt. Dafür einer der wenigen, der die Griffe an der Klampfe noch einigermaßen hinbekommt.
Gerd: Zwischenzeitlich ist es recht voll auf der Bühne, weil manche sich gegenseitig noch Griffe erklären müssen und derlei Späße. Hin und wieder fällt auch mal einer um, passiert, stört niemanden.
Gerd: Fö von hinten. In der vierten Klasse hatte ich auch so ne ähnliche Frisur. Leider sieht man den GG Allin-Gedächtnisbart vorne nicht - entgegen vollmundiger Versprechungen hat Fö übrigens nicht mehr auf die Bühne geschissen.
Gerd: Weitere lustige Szene: Der Typ im Bademantel hantiert fünf Minuten mit so nem Konfettirohr herum, kriegts nicht hin, es ordnungsgemäß abzufeuern, bricht es dann kurzerhand in der Mitte durch und schmeißt das Konfetti so ins Publikum. Die Zuschauer gehen an dieser Stelle wieder zum Lachen über. Über weite Teile der Veranstaltung konnte man aber nur Kopfschütteln ernten.
Gerd: Hier noch ein Foto davon, weil es so schön war. Von Besudelt mit Stuhl leider kein Foto - der Hit "Blut im Stuhl" war neben "Lili" von Betrunken im Klappstuhl das einzige Lied, das ich erkennen konnte. Insgesamt auf jeden Fall eine lustige Sache, wenngleich manche der Interpreten diese Show als Beliebtheitswettbewerb missverstanden haben und Betrunken im Klappstuhl viel zu wenig "The Final Countdown" gespielt haben.
Gerd: Gegen 12 macht Fö dem illustren Treiben persönlich ein Ende. Es sind eh noch kaum Leute da, die sich das bis zum Ende angesehen haben - ob das an ÖNV-Abfahrtszeiten oder der dargebotenen Performance lag, maße ich mir jetzt mal nicht zu urteilen an. Rückblickend auf jeden Fall lustig, dass der ganze Abend zeitmäßig auf die Minute durchgeplant war und das (bis auf das zu kurze Set von Supernichts) auch immer eingehalten wurde, damit dieser große Haufen Schwachsinn pünktlich anfangen konnte.
Gerd: Noch ein hübsches Portrait von Ulf im Backstageraum. Da ich den ganzen Tag nichts gegessen habe, nehme ich die Einladung von Andi gerne an, als er mich fragt, ob ich noch Hunger hätte. Während wir uns also die Reste vom Catering reinschieben (in Andis Worten: Geniale Maulwuchtung, das heißt, es hat ihm geschmeckt), werden andere Leute aus dem Backstagebereich geschmissen, weil sie kein Bändchen haben. Ich sehe wohl entweder wichtig genug aus oder hab lange Ärmel, naja, im Falle des Falles hätte ich mich eh als Fahrer von Betrunken im Klappstuhl ausgegeben.