Crossbonefest 2015 Tag 2: Mean Jeans, Dean Dirg, Sunpower, Citizens Patrol, The High Hats, The Priceduifkes, Muncie Girls, Zatopeks, The Fairweather Band, Dry Heaves, River Jumpers, The Murderburgers, Lotus, Harsh Realms, Outline, Cocaine Piss, The Windowsill, Ill Wills, 21.03.2015 in Houthalen (BE), Jeugdhuis The Bassment - Bericht von der Redaktion
Crossbonefest 2015 Tag 2, 21.03.2015 in Houthalen (BE)
Timm und ich nutzen die frühe Morgenluft für einen Spaziergang zum künstlich angelegten See und schießen folgendes Foto für die Nachwelt und alle Langschläfer.
Danach gehen wir noch zu Francos 30. Geburtstag. Geile Party, deshalb leider keine Fotos. Franco hats echt drauf. Alle waren nackt.
Man sollte immer reichhaltig frühstücken, um gesund in den Tag zu starten! Unsere Gurken sind alle vollzählig.
Die schöööööne Tüte Alter ohne Witz: der einzige Mülleimer in diesem "Mobilheim" ist dieses kaputte stück Plastik in das Maz seine alte IKEA-Tüte reinhängen muss? Da soll'n die sich mal nicht wundern wenn man seinen ganzen Abfall einfach in den erstbesten Küchenschrank wirft.
Wenn nicht alles unter Wasser stehen würde, wir ständig nur besoffen Bands gucken oder im Pool liegen würden, könnten wir uns sportlich betätigen. Eine Minigolfanlage lädt zum spontanen Foto ein.
Unser Bungalowpark hat nicht einfach nur Bungalows - nee, das ist ein ganzer Freizeitpark! Mit Wald, Minigolf, Pipapo. Und mit Schwimmparadies! Einfach so im Übernachtungspreis inklusive. Genau das Richtige jetzt. Whirlpool, Sauna, Wildwasserrutsche. Easy.
Die Wildwasserrutsche ist echt cool und so'n bisschen Sauna find ich auch gut. Aber irgendwie merkt man deutlich, dass das Schwimmbad schon 1000 Jahre alt ist und sich hier und da Schimmel versteckt. Außerdem gibt's im Bad nur 8 Duschen mitten im Gang. Schlecht zum Genitalien waschen wenn auch Kinder im Bad sind. Traditionell treffen sich um 13 Uhr die Horden Crossbone-Punker und stürmen die Anlage. Wir gehen früher, unsere Tattooquote ist zu niedrig.
Ob der Badesee im Sommer wohl schön aussieht? Karibik. Es ist so warm draußen, dass die Hagelkörner nach nur wenigen Sekunden geschmolzen sind!
Da ist man mal zwei Stündchen weg und schon ist die ganze Garteneinrichtung zerstört. Das waren wohl die Punker.
Ich GEWINNE! Geschmackstest: Wer kann beim Blindtest Jupiler-Plörre von Kölsch unterscheiden? 4/5 liegen daneben.
Angekommen am Festivalgelände! Pünktlich zur dritten Band des Tages, ILL WILLS aus Schweden. Folk-Fuzz-Indie-Pop. Hab ich mir ganz spannend vorgestellt, war es dann aber nicht wirklich. Schade.
Ich fand die ganz gut. Vor allen Dingen schön anzugucken. Die waren lustig angezogen und hatten die Gitarren auf der Brust hängen.
Schauen wir mal, was COCAINE PISS so können! Das Programmheft verspricht "mostly in the vein of FUCK THIS SHIT and EAT SHIT ALL DAY" - Ja, okay!
Neeee mich auch nicht. Die Musik kickt mich nicht so richtig und ich habe Angst das mir die Sängerin ins Gesicht schreit. (Das tut sie immer mal so reihum.) Ist ungefähr so wie bei 'nem Theaterstück am Gang zu sitzen und Angst zu haben, dass man mitmachen muss. Die Sängerin hat ne abgefahren hohe Stimme und keift diverse Slogans durch den Raum, dazu zappelt sie rum oder schreit Leute an. Da kriegt man echt Angst. Ansonsten packt mich der Auftritt aber nicht so wirklich.
Ist übrigens, wenn ich das richtig mitbekommen habe, derselbe Schlagzeuger wie bei Daggers. Bandinzest gibt es also auch in Belgien.
Während Fö irgendwelchen Altmännerrock dokumentieren geht, verpissen wir uns die nächste Kneipe und bestellen das beste Bier 2014 (laut offiziellen Angaben der Bedienung). Fridi sagte irgendetwas von wegen dunklem General, weil Timm der einzige ist der kein helles Bier bestellt. Alle lachen
Als die Gäste merken, das wir deutsch sprechen und mir jemand fast in den Nacken spuckt, machen wir noch schnell ein Panoramafoto und suchen das Weite.
Weiter zu THE WINDOWSILL. Reihen sich ein in die Horden von Poppunkbands aus den Niederlanden. Waren anscheinend schon öfter hier. Der Sänger erzählt, sie seien, wie jedes Jahr, zunächst in das falsche Houthalen gefahren und dadurch etwas verspätet hier angekommen.
Ich hab grad eh keinen Bock auf Poppunk, also hoch ins Fun House, wo OUTLINE spielen. Hardcore-Punk, aber ziemlich unspektakulär. Und ich finde den Gesang nervig.
Dann lieber raus zu LOTUS! Wieder Hardcore-Punk, aber besser. Ziemlich metallastiger Sound, hier und da etwas doomig, einige recht sphärisch-düstere Passagen, während ansonsten eher gedrescht wird.
Hehehehehe Frid hat sich ne LOTUS Platte gekauft, weil da alles so schön von abperlt! hahahahahahahaha
HARSH REALMS spielen noch, also kurz gucken was die so können. Naja, ein halbes Lied bekomme ich noch mit. Punkrock, so die Gainesville-Schule, aber aus den Niederlanden. Okay.
Anschließend breche ich mein selbst auferlegtes Dogma, mich bei Überschneidungen immer für die mir weniger vertraute Band zu entscheiden - aber die MURDERBURGERS will ich nunmal sehen. Verzichte ich also auf Anxiety Attack! Schöne Vollgas-Poppunk-Attacke von den Murderburgers!
Sänger Fraser hat schon gestern gut Gas am Glas gegeben und taumelte noch zu später Stunde durch die Örtlichkeiten. Macht das Crossbonefest eh sympathisch: Viele der auftretenden Musiker geben sich beide Tage, auch wenn sie selbst nur an einem spielen.
damals, beim Queensday. Ist cool, aber der Überraschungsmoment fehlt. Hit des Tages: "My head is fucked again"!
Auftritt: Hm, hatte ich geiler in Erinnerung -
Oben spielen nun RIVER JUMPERS. Samma, saß der Schlagzeuger nicht vor 5 Minuten noch bei den Murderburgers an der Schießbude? Bandinzest scheint es also auch in Großbritannien zu geben!
River Jumpers machen so melodisches Punkrock-Zeug oder auch Poppunk. Ziemlich hymnisch, wodurch sie mich etwas an Apologies I Have None erinnern, auch wenn der sonstige Sound eher diverse Vorbilder in Amiland zu haben scheint.
Weiter ins Fun House! Hier ist zunächst mal kaum ein Durchkommen - was aber kein Wunder ist, denn, wir erinnern uns, hier passt eh maximal ne Schulklasse rein. DRY HEAVES aus UK spielen. Und räumen ordentlich ab.
Mal wieder zur Hauptbühne, um die letzten Töne von ZATOPEKS mitzukriegen. Ne Band, die mir vom Namen her nun auch schon ne Weile vertraut ist, reingehört habe ich noch nie - was ich etwas bereue, hier ist ja ne ordentliche Party zugange! Respekt!
Macht Spaß. Wieder mal Poppunk, schön zackig gespielt, agile Band, kann was. Hätte ich ja gerne mehr von gesehen. Leider ist der Auftritt bald vorbei.
Timm und ich gucken uns die Band auch 3 Minuten an, um dann aus Langeweile schnell das Weite zu suchen. Dann mal gucken, was die MUNCIE GIRLS live so können! Die fallen mit ihrem stark am Indiepop orientierten Sound etwas aus dem Rahmen, aber das stört hier keinen. Die Band selbst ist schon eher überrascht, wie ordentlich der Zuspruch ist.
Ich finds ganz nett, vermisse aber irgendwie so festsetzende Hits, geht bei mir einfach alles direkt wieder raus. Hm, muss man sich vielleicht reinhören. Ich sach ma, was für Freunde von Lemuria und sowat.
Eine der Bands, auf die ich mich am meisten gefreut hatte, waren Fights & Fires - leider sagten die gestern früh kurzfristig ab. Verdammt schade. Stattdessen nun im Fun House: THE FAIRWEATHER BAND.
Langweiliges Indie-Gedöns auf Schülerband-Level. Die Bassistin stand übrigens vor 5 Minuten noch mit den Muncie Girls auf der benachbarten Bühne. Aber dass es auch in England Bandinzest gibt, wissen wir ja mittlerweile.
Dann wohl doch mal gucken, wie die belgischen Lokalhelden THE PRICEDUIFKES so ankommen. Und, tja, grob gesagt: Ich glaube fast bei keiner anderen Band des Wochenendes war dermaßen viel Tumult vor der Bühne. Respekt!
Gibt mal wieder so Poppunk-Skatepunk-Gedöns, passen also optimal auf dieses Festival und spielen hier vermutlich jedes Jahr. Geile Party!
Anschließend draußen: SUNPOWER! Die blasen mich einfach mal so eben aus dem Stand heraus weg. Was ein Brett! Wat für geile Songs!
Ist irgendwie Punk, aber auch Hardcore und Rock'n'Roll und Garage und sowas. Mit dicker Angepisstheits-Attitüde und ner Ladung Singalongs. Starkes Ding!

Gewürzt noch durch das GG-Allin-Cover "Bite it you scum" und vielleicht noch 1-2 weitere Coverstücke, die ich aber nicht benennen kann. Alles feiert. Amtlich.
Nun aber huschhusch wieder hoch und irgendwie ins Fun House quetschen. CITIZENS PATROL legen nun hier ne flotte Sohle aufs Parkett
Muss zugeben, dass ich die schonmal besser fand. Der heutige Auftritt zündet bei mir einfach mal gar nicht. Komisch. Bei allen anderen schon.
Stattdessen mal gucken, was THE HIGH HATS so drauf haben. Tja, die hohen Hüte aus Schweden machen Poppunk. Hm, hatte ich mir mehr von versprochen. Ich hatte irgendwie mit mehr Beach Boys und mehr Beatles gerechnet, mit mehr Zucker also, das hier war aber ziemlicher standard. Nicht schlecht, aber eben standard.
Vielleicht waren sie auch einfach etwas limitiert heute. Der Sänger erzählt, dass er eher kurzfristig auch die Gitarre übernehmen muss, da der eigentliche Gitarrist das Bett hüten muss.
Immer eine Freude. Schade das die weder proben, noch weitere Platten machen. Trotzdem geil! Kommen wir zum Highlight des Tages: DEAN DIRG! Die machten sich auf der Bühne ja zuletzt ziemlich rar, nun also plötzlich hier in Belgien. Warum auch nicht! Müssen halt besondere Bedingungen herrschen, damit Dean Dirg spielen. Wichtig ist zum Beispiel, dass sie angepisst sind. Heute sind sie das darauf, dass die nebenan spielenden High Hats einfach nicht aufhören wollen, zu spielen.

Dean Dirgs bored. Die High Hats finden sie kacke. Ist aber auch nicht so als würden sie irgendeine andere Band gut finden.
Angesetzte Spielzeit: 60 Minuten. Wer hat denn das geplant? Wieviel Lieder sollen die denn spielen, 200? Es wurden dann ungefähr halb so viele, und alles Kracher. Die Zuschauer zappeln am gesamten Körper. Großartig! Ich hatte echt verdrängt, wie gut diese Band ist.
Stagediven (hier mal von der Box runter) kommt immer gut, wenn das Lied gerade zuende ist. Was bei 15-Sekunden-Songs manchmal schneller passiert, als einem lieb ist.
Schön mal wieder DEAN DIRG zu sehen. Das letzte mal war vor ein paar Jahren in Wuppertal. Da kann ich mich gar nicht mehr richtig dran erinnern. Heute geht auf jeden Fall gut ab!
"Timm Sedlaczek ist ein mieser geldgeiler Schmierpinsel" beschimpft Sänger Armin einen Teil unserer Reisegruppe
Kurz darauf stimmen alle mit ein und singen den Chorus der Hasstirade gegen den Wahldortmunder in Persona Timm Touchable - "Mom, i hate your kids"!
Mit der Anmerkung, dass wir die Bühne jetzt komplett zerlegen können, wird der letzte Song gespielt. Läuft!
Letzte Band des Abends: MEAN JEANS! Kenne ich, offen gestanden, nur vom Namen, aber da scheine ich hier alleine zu sein. Es wird mal wieder ordentlich gefeiert.
Poppunk aus den Staaten, viel Whohoho-Chöre, was man halt so braucht. Ganz angenehm finde ich den Gesang, den Drummer und Sänger sich teilen. Mal glattpoliert-melodiös, mal angeraut-hektisch. Cool!
Einziges Manko: Der Auftritt ist einfach zu lang. Ich bin numal 25-Minuten-Sets gewöhnt, seit diesem Wochenende noch viel mehr. Ne ganze Stunde ist dann doch etwas viel. Aber man will ja nichts verpassen, also bleiben wir bis zum Ende.

In Erwartung dieses widerlichen Mahls mache ich mir noch schnell 'nen Pfannekuchen mit Käse inner Mikro warm, aber dann: Die Nudeln + Soße schmecken wirklich köstlich! Im Bungalow kredenzt 5-Sterne-Koch Muttimaz noch eine exzellente Nudelsauce aus Ketchup, Whisky, Gurkenwasser, Tacochips und Cola. Dazu gibt es Nudeln.
JA! Fazit: Astreines Festival! Super Bands, viel Neues entdeckt, super sympathisch-DIY und alles, maximaler Empfehlungskoeffizient. Geil!
nächstes Jahr wieder oder?
JA!
JA! Freunde,
JA!
JA! Freunde,