Die Ausreden, Zwada, Vëllezërit Mllefi, 28.10.2023 in Prishtinë (Kosovo), Defy Them - Bericht von der Band
Die Ausreden, COMING STRAIGHT TO THE KO - Tour 2023, Teil 5
Unglaublich, schon das letzte Konzert! Wie kann das sein? Und der Typ mit dem Wiener Dialekt und das Pärchen vom Kirchturm sind tatsächlich gekommen! Und sogar ein paar Kids mit T-Shirts von Punkbands.
Beste.
Hab noch welche zuhause!!!
Wie, war etwa nicht ausverkauft?!? Heute gibt es sogar Hardtickets! Wow!
Zerrieben in Prognosen /Und aus der Zeit gefallen / Am Tisch in kurzen Posen / An frischer Luft mit Quallen Ein bisschen Posen vor dem Defy Them-Eingang.
Shoutout außerdem an Orges von Zwada, der sich bei allen anderen Gigs um unseren Sound gekümmert hat.
Boa, ja der Sound heute ist wirklich n Traum! Erstmals richtiger Soundcheck mit Galdon an den Reglern. Und mit richtigen Gitarrenamps.
Mein Set-Up ohne Fluggepäck-platzraubends Pedalboard auf wunderschönem Teppich. Den Bad Monkey leih ich mir in Ermangelung eines zweiten Kanals bei Galdon.
Ich hätt mich am liebsten mit eingereiht. Eine kleines Tränchen im Auge, dass wir die heute das letzte Mal für lange Zeit live sehen. Wurd auch einfach nicht langweilig. Arm in Arm bei ZWADA
Die dritte Band des Abends mit dem unaussprechlichem Namen (guckst du auf den Flyer). Auch alle anderen kürzen hier nur mit V.M. (gesprochen weme) ab. Etwas Hardcore/Metal. Auch mal ganz gut zwischendrin. Und wie immer - der wilde Stilmix stört hier Keinen! Musik mit viel Testosteron. Und Schlemm am Bass.
Richtig geiler Abschluss der Tour. Mich beeindruckt mal wieder, wie offen die Leute und wie wenig segregiert die einzelnen Musikgenres und deren Anhänger*innen hier sind. Das Billing an dem Abend mit Indie-Pop über Sludge bis zu Punk funktioniert und alle feiern zusammen vor, während und nach der Show. Geilostylo. Hier willick wieder hin.
Der ganze Gig ist wie im Rausch vorbeigeflogen, kann mich an kaum noch an was erinnern außer an den geilen Vibe des ganzen Abends und daran, dass es zum ersten Mal sowas wie n Moshpit gab.
Den Kids mit den Punkrockshirts schenken wir noch CDs und ein Shirt und sie versprechen uns, auch eine Punkband zu gründen.
Sie fragen danach, ob sie mal auf unseren Instrumenten spielen dürfen. Einer am Drumset und der andere bekommt meine Gitarre. Als ich über das Pedal ent-mute erschreckt er sich erst und schrammelt dann irgendwie rum. Mir geht das Herz auf. Hab ihm gleich noch mit gegeben, dass sie viel mehr auch erstmal garnicht brauchen, um die erste eigene Band zu gründen. Wir kontrollieren das, wenn wir wiederkommen! Wir performen "First world problem" zusammen mit ZWADA
Wunderschöne Menschen.
Weiß jetzt schon, wovon ich mein Leben lang mit leuchtenden Augen erzählen werde.
<3 Abschluss-Bühnen-Selfie am letzten Tourtag! Wir werden besser mit unseren Fotoskillz!
29.10. bei Sonnenaufgang nach Hause gekommen. Den Blick vom Balkon schweifen lassen. Das fühlt sich an, wie zuhause… Nicht nur Kreuzberger Nächte sind lang.
Phil und ich bleiben noch zwei Tage. Ganz zuversichtlich hat sich Phil für jeden Abend noch einen Elektrogig organisiert. Ich bin froh, heute mal nicht schon nachmittags irgendwo auf der Matte stehen zu müssen. Vier Gigs am Stück mit kurzem Notaufnahmenaufenthalt ballern dann doch ganz schön. Auf dem Weg zu Phils Elektrogig (den lass ich mir natürlich nicht nehmen), dann nochmal die schön erleuchtete Bibliothek fotografiert.
30.10. letzter Tag. Eigentlich will ich nachmittags nur kurz zum Space um meine Sachen zu holen, dann noch mal in die Stadt und abends dann auf ein letztes bisschen Party vorbei kommen. Aber irgendwie sind schon nachmittags alle da - Bier gibt's natürlich in der Altherrenbar nebenan (mittlerweile kennen die mich auch, und ich bekomme ohne albanisch zu können oder Übersetzer auch mein Bier). Naaaa, dann bleiben wir doch einfach direkt hier.
Phil! Bitte nichts im Proberaum vergessen. Auch nicht das Crashbeck... Na ja, egal.
Mist. Wir werden Zeuge, wie hier wieder alles in den Alltag übergeht und spontan eine Aufnahme für einen Sandcastle-Song vorbereitet wird. Schön....
Noch mal ein kleiner Abstecher ins Pijetores 100 Meter weiter. Abschiedsraki, futtern. Abschied von Lum, der muss nachhause. Meine Emotionen überfordern mich.
Das Pijetores ist voll von Flinta-Huldigungen (nur dass man dieses Wort hier nicht kennt) und ein Zufluchtsort für die queere Community der Stadt.
Davon hatte ich nix, muss wohl nochmal hinfahren, um den zu probieren!
Das musst du! Heute bedient übrigens der Chef höchstpersönlich. Habe mich noch ne Weile mit ihm unterhalten. Der hat in Berlin Tiermedizin studiert. Zurück in Kosovo hat er dann mit seiner Frau diese kleine versteckte Kneipe (und noch eine andere in der "Barstraße" in der Innenstadt) aufgemacht. Granatapfel-Raki!
Noch ein letzter Eindruck der Nacht. Lichtschalter im Klo vom "Irgendwas-mit-Medien"-Büro neben dem Proberaum, wo wir (in Ermangelung eines eigenen Klos im Raum) immer mal vorbei gucken.
31.10. Suada kommt auf einen letzten Abschiedskaffee vorbei, bevors für uns zum Flughafen geht… Ich würde gerne da bleiben.
Diese absurde Bill Clinton Statue und der riesige zugehörige Häuserschmuck-Banner begegnet uns noch mal auf dem Weg zum Flughafen. Daran werde ich mich nicht gewöhnen...
Bierschinken-Podcast von Gerdi und Carolöte nachhören!
Shihemi se shpejti, Kosovo! Wir kommen wieder! Und weil ausführliche Tourberichte noch nicht genug sind, könnt ihr auch alle absurden Storys und ein bisschen mehr Landes-Background-Wissen von Phil im